Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Cloudflare, einer der wichtigsten Anbieter für Webseiten-Schutz und -Beschleunigung, baut weltweit mehr als 1.100 Stellen ab. Das entspricht rund 20 Prozent der gesamten Belegschaft.
Doch es handelt sich nicht um eine klassische Sparrunde. Im Gegenteil: Die Umsätze wachsen, das Geschäft brummt. Was also steckt dahinter?
Wie heise.de berichtet, sprechen CEO Matthew Prince und Operativchefin Michelle Zatlyn von einem fundamentalen Wandel. Die KI-Nutzung im Unternehmen sei in nur drei Monaten um mehr als das Sechsfache gestiegen. Mitarbeiter würden täglich Tausende Male auf KI-Agenten zurückgreifen.
Das Phänomen hat bereits einen Namen: Jobless Boom. Der Ökonom Chen Zhao beschreibt damit den Widerspruch, dass Firmen trotz wachsender Gewinne massiv Stellen abbauen. KI steigert die Produktivität - und macht gleichzeitig viele Arbeitskräfte überflüssig.
Cloudflare ist kein Einzelfall. Auch das Kölner KI-Unternehmen DeepL kündigte zuletzt den Abbau von 250 Stellen an - ein Viertel der Belegschaft. In den USA wurden 2025 fast eine Million Jobs gestrichen, so viele wie seit Corona nicht mehr.
Die Kosten für den Umbau beziffert Cloudflare auf 140 bis 150 Millionen Dollar, hauptsächlich für Abfindungen. Das Unternehmen will sich komplett neu aufstellen und sämtliche Prozesse, Teams und Rollen überdenken.
Die große Frage bleibt: Wie viele Jobs wird die KI noch kosten - und wer ist als Nächstes dran?