Während in der Silvesternacht in Oberösterreich vielerorts Brände die Einsatzkräfte forderten, kam es zusätzlich zu mehreren gefährlichen Vorfällen rund um Pyrotechnik und Schreckschusswaffen. In Hargelsberg (Bez. Linz-Land) endete eine Feuerwerksaktion mit einem Verletzten, in Wels musste sogar das Einsatzkommando Cobra ausrücken.
Rakete kippt um – Detonation direkt vor den Beinen
Kurz nach Mitternacht schoss ein 30-Jähriger in Hargelsberg auf einem Feld Feuerwerkskörper ab. Für das Abschießen von Kugelraketen hatte er Eisenstangen aufgestellt, die ein Umfallen der Raketen verhindern hätten sollen. Trotzdem kippte eine Rakete nach dem Zünden um und flog in Richtung eines Hauses.
Im Garten befand sich der 28-jährige Besitzer mit seiner Familie. Die Rakete durchdrang einen Eisenzaun und detonierte unmittelbar vor den Beinen des Mannes. Er erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und wurde ins Klinikum Steyr eingeliefert. Der 30-Jährige verfügte laut Polizei über einen entsprechenden Pyrotechnik-Ausweis.
Verletzungen gab es laut dem Roten Kreuz auch zuhauf: In Linz wurde eine Person durch eine Rakete im Gesicht schwer verletzt, zudem mussten dort auch eine Augenverletzung nach einem "Römerlicht" versorgt werden. In St. Wolfgang erlitt eine Person leichte Gesichtsverletzungen durch einen herabfallenden Feuerwerkskörper. In Steyr wurde eine Person durch einen Böller am Auge verletzt – alle Betroffenen wurden nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht.
In Wels sorgten außerdem Schüsse vom Balkon für einen Großeinsatz: Ein 31-jähriger Slowene feuerte am frühen Abend mehrfach mit einer täuschend echt aussehenden Schreckschusspistole. Die Ansprache durch die Polizisten wurde ignoriert, stattdessen wurden erneut Schüsse in die Luft abgegeben.
Dann rückte die Cobra an. In der Wohnung wurden zwei Schreckschusspistolen samt Munition sichergestellt. Der Slowene gab an, Deutsch nicht gut zu verstehen und die Ansprache deshalb nicht verstanden zu haben. Er wird angezeigt, zudem wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Auch im Linzer Stadtteil Ebelsberg kam es am Abend zu einem Polizeieinsatz. Ein Anzeiger meldete, dass mehrere Personen mit einer Waffe hantieren würden. Mehrere Streifen rückten aus, einer Einheit der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) gelang es, drei Verdächtige in der Nähe anzuhalten. Dabei handelte es sich um einen 36-Jährigen, einen 30-Jährigen und einen 39-Jährigen, alle aus Linz.
Bei ihnen wurden drei Schreckschusspistolen und – teilweise illegale – pyrotechnische Gegenstände gefunden. Die Männer zeigten sich laut Polizei sofort geständig: Sie hätten an der Örtlichkeit Silvester feiern wollen, dabei mit der Schreckschusspistole geschossen und illegal Pyrotechnik abgefeuert. Auch sie werden angezeigt – gegen alle drei wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.