Es ist das Interview, das geführt wurde, aber nie erschien: Rund fünf Stunden lang sprach Christian Ulmen Ende März mit Journalisten der "Zeit". Weitere zweieinhalb Stunden soll die Zeitung mit seinem Anwalt Christian Schertz gesprochen haben.
Nach Darstellung der "Zeit" beantwortete Ulmen umfangreich Fragen zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Nach wochenlangen Diskussionen über die Freigabe der Aussagen seien letztlich jedoch sämtliche Zitate zurückgezogen worden.
Was Ulmen in diesen fünf Stunden tatsächlich erzählte, blieb deshalb bislang weitgehend unter Verschluss. Jetzt äußert sich Collien Fernandes zu einem Detail des Gesprächs.
In ihrem neuen Instagram-Statement behauptet Fernandes, Ulmen habe bei dem Gespräch mit der "Zeit" auch die Betreuungssituation der gemeinsamen Tochter thematisieren wollen.
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Fernandes und Ulmen hätten nach ihrer Trennung ein Wechselmodell vereinbart und dieses zunächst auch praktiziert. Dann habe sich die Situation verändert.
Nach einem Gespräch zwischen Ulmen und der gemeinsamen Tochter sei der Kontakt zwischen Mutter und Tochter abgebrochen, schildert Fernandes.
Kurz darauf sei ihr erstmals gemeinsame Betreuungszeit abgesagt worden. Als Begründung sei ein Schauspielworkshop genannt worden, den die Tochter besuchen wollte. Eigentlich wäre für diesen Zeitraum laut Fernandes eine gemeinsame Reise geplant gewesen.
Und genau an diesem Punkt bringt Fernandes nun das nicht veröffentlichte "Zeit"-Interview ins Spiel.
Sie behauptet, Ulmen habe bereits damals gegenüber der Presse die Darstellung verbreiten wollen, die gemeinsame Tochter lebe vollständig bei ihm.
"Unter anderem in dem nicht erschienenen ZEIT Interview wollte er das so platzieren", schreibt Fernandes.
Für sie ist vor allem der Zeitpunkt entscheidend: Nach ihrer Darstellung sei ihr zu diesem Zeitpunkt gerade erst zum ersten Mal gemeinsame Betreuungszeit abgesagt worden.
Fernandes schließt daraus, dass ihr Ex-Mann die veränderte familiäre Situation schon früh öffentlich für seine eigene Darstellung habe nutzen wollen. Das ist ihre Interpretation der Vorgänge und nicht unabhängig belegt.
Das neue Statement macht das ohnehin mysteriöse "Zeit"-Gespräch damit noch interessanter.
Denn welche Aussagen Ulmen dort tatsächlich über seine Ex-Frau, die gemeinsamen Vorwürfe oder die familiäre Situation machte, ist öffentlich nicht bekannt.
Die "Zeit" hatte berichtet, Ulmen habe fünf Stunden lang "umfassende Antworten" gegeben. Veröffentlicht werden durften seine Aussagen letztlich jedoch nicht, nachdem die Zitate nach Darstellung der Zeitung nicht freigegeben wurden.
Ob und in welcher konkreten Form Ulmen dabei tatsächlich über die Betreuungssituation seiner Tochter sprach, lässt sich anhand des nicht veröffentlichten Interviews nicht überprüfen.
Fernandes selbst betont in ihrem neuen Statement gleichzeitig, dass sie die gemeinsame Tochter grundsätzlich nicht zum Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung machen möchte.
"Ich persönlich finde, dass das Kinderthema NICHT in die Öffentlichkeit gehört", schreibt sie.
Dass sie nun dennoch darüber spricht, begründet sie mit ihrer grundsätzlichen Haltung in der Auseinandersetzung: "Er agiert, ich reagiere."
Die Aussagen über den Inhalt des nicht veröffentlichten "Zeit"-Interviews stammen von Collien Fernandes. Da die entsprechenden Äußerungen Ulmens nicht veröffentlicht wurden, können sie anhand des Interviews nicht unabhängig nachvollzogen werden.
Auch die weiteren schweren Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann sind nicht abschließend gerichtlich geklärt. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.