Corona-Demo diesmal legal und ohne Festnahmen

Am Freitag fanden sich 400 Corona-Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt ein, um gegen die Maßnahmen der Regierung zu protestieren.
Wie angekündigt, brachten die Gegner der Corona-Maßnahmen ihren Protest vor die Tür von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Rund 400 Demonstranten fanden sich am Freitag am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt ein, diesmal sogar legal. Die erste Demonstration der "Initiative für evidenzbasierte Corona-Informationen" (ICI) war verboten worden. Weil trotzdem kamen einige Menschen erschienen, wurde die verbotene Versammlung vergangene Woche aufgelöst.

Wie der "Standard" berichtet, befanden sich unter den Demonstranten Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung, darunter deren Sprecher Martin Sellner, Verschwörungstheoretiker und militante Neonazis. Diesmal kam es zu keinen Festnahmen. Versammlungen sind erlaubt, wenn der Sicherheitsabstand von einem Meter zwischen Personen eingehalten wird.



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Als ICI-Anführer tritt der Allgemeinmediziner und Gynäkologe Christian Fiala auf, der die Gefährlichkeit des Virus bestreitet.

"Psychische Folter"

"Das Social Distancing muss man eigentlich als psychische Folter bezeichnen", sagt Fiala im Gespräch mit "Heute". "Das führt unter anderem dazu, dass die jungen Menschen, weil die Schulen und Kindergärten geschlossen sind, sich nicht infizieren. Doch für sie ist es wichtig, dass sie diese Infektion durchmachen und Antikörper entwickeln." Ohne die Herdenimmunität provoziere man regelrecht eine zweite Infektionswelle.

Mit den Masken habe man eine "Bakterienschleuder" vor dem Gesicht, in der sich Viren und Pilze ansammeln. Ein Mund-Nasen-Schutz sei nur sinnvoll, wenn man selbst erkrankt sei und andere vor einer Infektion schützen wolle.

Fiala ist der Ansicht, es brauche keine besonderen Maßnahmen. Die Regierung solle alle zusätzlichen Vorkehrungen sofort abschaffen. Selbstverständlich seien normale Hygienemaßnahmen wie Händewaschen weiterhin ratsam.

Das komplette Interview im Video:



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Fiala stellte sich auch schon in den 90er Jahren gegen die wissenschaftliche Mehrheitsmeinung, als er die Gefährlichkeit von Aids herunterspielte. Er bestritt unter anderem, dass sich die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen gegen das HI-Virus nachweisen ließe. Fiala war auch als Berater für Thabo Mbeki, südafrikanischer Präsident von 1999 bis 2008, der die Existenz von Aids komplett leugnete. Ende 2018 lebten weltweit 37,9 Millionen Menschen mit HIV. 770.000 Menschen starben in diesem Jahr im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion.







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