Corona-Patienten fliehen aus überfüllten Spitälern

Die Covid-19-Pandemie reißt die viertgrößte Volkswirtschaft der EU, Spanien, ins Chaos. Infizierte flüchten aus den Spitälern und Senioren werden zum Sterben in ihren Betten zurückgelassen.
Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Krankenhäusern gegeben, wo positiv getestete Patienten aus Spitälern verschwanden, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, auf einer Pressekonferenz in Madrid.

Es bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine "Riesenarbeit", diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Krankenhäuser zu bringen. Allein in den vergangenen Stunden habe es in Leganés bei Madrid sowie im Küstenort Benidorm im Osten Spaniens zwei solcher Fälle gegeben.

González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst "ziemlich viele verantwortungslose" Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. In den vergangenen 24 Stunden habe man im Rahmen des sogenannten Alarmzustandes 80 "verantwortungslose und unsolidarische" Personen festnehmen müssen. Die knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März nur noch in wenigen Ausnahmefällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen.

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Von Pflegern zum Sterben zurückgelassen



Hilfseinheiten des Militärs sind derweil zur Desinfektion ganzer Straßenzüge der Hauptstadt Madrid angerückt. Dabei machten die Soldaten in mehreren Seniorenheimen schaurige Entdeckungen: Sie stießen auf Bewohner, die von ihren Pflegern zum Sterben zurückgelassen worden waren. Auch die Leichen einiger Senioren wurden in ihren Betten gefunden. Sie sollen bereits länger tot gewesen sein.

Spanien ist nach Italien jenes europäische Land, das aktuell am schwersten von der Corona-Pandemie getroffen wird. Aktuell sind fast 3.000 Todesfälle in Spanien dokumentiert. Allein von Montag auf Dienstag kamen laut Gesundheitsministerium 514 neue Todesfälle hinzu. Es droht der Kollaps des gesamten Gesundheitssystems. In Madrid wird aktuell eine Eishalle zu einem Leichenschauhaus umgebaut.





Am heutigen Mittwoch will das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlängerung des Alarmzustands abstimmen. Die dritthöchste Notstandsstufe soll bis zum 11. April weiter gelten.

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