Corona-Shutdown: Alle Maßnahmen im Überblick

Langsam kennt sich niemand mehr aus: Welche Maßnahmen die Regierung beschlossen hat, ab wann und vor allem wie lange sie gelten. All das liest du hier.
"Österreich wird auf Minimalbetrieb herunterfahren", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am 10. März. Auch Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) kündigte damals an: "Das Leben wird sich grundlegend ändern".

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, haben weitreichende Folgen für die Gesellschaft. Damit du nicht den Überblick über die verhängten Maßnahmen verlierst, haben wir sie hier zusammengefasst.

Die ergriffenen Maßnahmen beruhen zum Teil auf dem Epidemiegesetz und auf den am 15. und 20. März beschlossenen Covid-19-Gesetzespaketen. Vorerst sind alle Maßnahmen der Bundesregierung bis Ostermontag, 13. April 2020, in Kraft.

Ausweitung der Maßnahmen: Am 30. und 31. März verlängerte und verschärfte die Regierung die Maßnahmen nochmals (Masken-Pflicht, etc.), sie gelten jetzt bis auf Widerruf. Die Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung nach Ostern ist verflogen. Am 03. April beschloss der Nationalrat das dritte Corona-Gesetzespaket.

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Shutdown-Maßnahmen der Regierung



Veranstaltungsverbot: Es galt anfangs für Menschenansammlungen von 100 Personen in geschlossenen Räumen (indoor) und 500 Personen unter freiem Himmel (outdoor), später folgte das ganzheitliche Verbot.

Aktuell sind Veranstaltungen gänzlich untersagt. "An keinem Ort sollen sich mehr als fünf Menschen auf einmal treffen. Einzige Ausnahmen sind jene Aktivitäten, die der Bekämpfung des Corona-Virus dienen", informiert das Gesundheitsministerium.

Ausgangsbeschränkungen: Nur zum Lebensmittel einkaufen, zum Helfen von Bedürftigen, zur Ausübung eines systemerhaltenden Berufs und für die Bewegung im Freien (alleine!) darf man noch auf die Straße. Zusätzlich gilt es, einen Mindestabstand von einem Meter zu anderen Menschen einzuhalten.

Gastro muss zusperren: Am 13. März verkündete Kurz zudem, dass Restaurants, Bars und andere Gastronomiebetriebe ab 16. März nur noch bis 15 Uhr offen halten dürfen. Dies sollte vorerst eine Woche lang – bis 23. März – gelten. Doch bei dieser Ankündigung blieb es nicht lange. Nur zwei Tage später erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz , dass Lokale ab Dienstag (17. März) gar nicht mehr öffnen dürfen. Lieferdienste können aber weiterhin zustellen.

Geschäfte müssen zusperren: Mit Montag, 16. März, kam auch der Einzelhandel in Österreich zum Erliegen. Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, bleiben seither geschlossen. Explizit geöffnet sind noch Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Post oder Banken. Die Lebensmittelversorgung wird über Supermärkte und Lieferservices gewährleistet.

Bildungseinrichtungen geschlossen: Am 10. März wurden Unis und Fachhochschulen gesperrt. Höhere Schulen waren ab 16. März, alle anderen Schulen und Kindergärten ab Mittwoch, dem 18. März, zu. Die Schul- und Universitätssperren dauern vorerst bis zum Ende der Osterferien (4. bis 14. April). Am 31.03. wurde klar: Die Schulen werden noch länger zu bleiben. Minister Faßmann legt sich nicht mehr auf ein Datum fest.

Besuchsverbote in Spitälern: In ganz Österreich gibt es mittlerweile Besuchsverbote in Krankenhäusern. Ausnahmen gibt es für Kleinkinder und palliative Stationen. Auch in Seniorenheimen – die Bewohner gehören zur Risikogruppe – gibt es aktuell ein Besuchsverbot. Diese Verbote werden von den jeweiligen Bundesländern erlassen, orientieren sich aber an den Vorgaben der Bundesregierung.

Home-Office für Unternehmen: Alle Unternehmen des Landes sind ab 10. März 2020 aufgefordert, ihren Mitarbeitern nach Möglichkeit Teleworking/Home-Office zu erlauben.

Keine Gottesdienste: Nach Verkündung des Veranstaltungsverbotes gaben auch sämtliche Glaubensgemeinschaften bekannt, dass ab sofort keine Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen mehr stattfinden werden. Begräbnisse nur noch in kleinem Rahmen. Stattdessen werden nun Gottesdienste und auch Begräbnisse etwa im Internet übertragen.

Flughafen Wien nur in Notbetrieb: Seit 17. März wird der Betrieb am Flughafen Wien schrittweise heruntergefahren. Nur noch Frachtflüge und Rückholungen des Außenministeriums werden abgewickelt.

Mit 23. März wurde zudem der Innsbrucker Flughafen geschlossen. Für Notfälle sei man aber innerhalb von nur drei Stunden wieder einsatzbereit, heißt es.

Sperre von Kur und Reha: Seit Samstag, 21. März, sind auch alle Kuranstalten geschlossen. Reha-Zentren dürfen nur im Falle unbedingt notwendiger medizinischer Maßnahmen der Rehabilitation im Anschluss an eine medizinische Akutbehandlung betreten werden.

Masken-Pflicht: Am 30.03.2020 verkündete die Regierung, dass bald das Tragen einer Schutzmaske ("Mund-Nasen-Schutz") im Supermarkt Pflicht wird. Ab 1. April werden die Masken ausgegeben, eine Tragepflicht herrscht ab Erhalt der Maske, spätestens aber ab 6. April.

Dienstfrei für Risikogruppen: Ebenfalls am 30.03.2020 verpflichtete die Regierung Arbeitgeber, ihre Angestellten ins Home Office zu schicken oder dienstfrei zu stellen, wenn sie einer Risikogruppe angehörden. Die genaue Definition dazu liefert das Ministerium nach.

Quarantäne in Tiroler Orten: Das Bundesland Tirol verfügte am 15. März, dass sämtliche Personen, die keinen Haupt- oder Nebenwohnsitz in Tirol haben, das Bundesland "unverzüglich" verlassen müssen.

Nach regionalen Quarantänemaßnahmen folgte einige Tage später die Abschottung des gesamten Bundeslandes. Bis Ostermontag (13. April) stehen alle 279 Tiroler Gemeinden unter Quarantäne.

Selbstisolation für Tirol-Heimkehrer: Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat am 18.03.2020 das ganze Bundesland Tirol zum Risikogebiet erklärt. Was bedeutet: Alle, die in den letzten zwei Wochen (seit etwa 2. März 2020) irgendwo in Tirol waren, sollen sich in Quarantäne begeben.

Weitere Quarantäne-Gebiete: In Vorarlberg werden seit 17. März die Arlberg-Gemeinden Lech, Zürs, Stuben, Warth und Schröcken isoliert. Im Bundesland Salzburg wurden wegen des Coronavirus am 18. März zwei ganze Täler und die Gemeinde Flachau unter Quarantäne gestellt.

Betroffen sind das Gasteinertal mit den Gemeinden Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein sowie das Großarltal mit den Kommunen Großarl und Hüttschlag. Die Gemeinden dürfen von niemanden mehr betreten oder verlassen werden. Ausnahmen sind, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen.

Quarantäne für Flugreisende: Ab 20. März müssen auch alle, die mit dem Flugzeug in Österreich landen in 14-tägige Quarantäne. Die Regelung gilt bis einschließlich 10. April 2020.

Hohe Strafen: Am 15. März wurden auch die Strafen bekannt, die bei Verstößen gegen die von der Bundesregierung verkündeten Regelungen drohen. Alle Infos dazu findest du hier.



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