Corona-Zahlen werden wegen Delta-Mutation steigen

Blick auf den Donaukanal in Wien (Archivfoto)
Blick auf den Donaukanal in Wien (Archivfoto)HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Österreich kehrt zurück zur Normalität, gleichzeitig sorgt die Delta-Variante für Unsicherheit. Virologin Judith Aberle sagt, wie es nun weitergeht.

Seit über einem Jahr bestimmt das Coronavirus unser Leben, jetzt werden die Maßnahmen gelockert und sogar fast bis zur Gänze aufgehoben. Wir sollen einen Sommer wie damals genießen, so die Experten. Denn im Herbst wird die Welt wieder anders aussehen, so die Befürchtung angesichts der Delta-Variante. Und auch Judith Aberle, Fachärztin für Virologie an der MedUni Wien, bestätigt im "Heute"-Gespräch: "Wir sollten damit rechnen, dass die Infektionszahlen wieder ansteigen werden."

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Judith Aberle, Fachärztin für Virologie an der MedUni Wien
Judith Aberle, Fachärztin für Virologie an der MedUni WienHERBERT PFARRHOFER / APA / picturedesk.com

Der Grund dafür sei die Mutation, die zuerst in Indien aufgetreten ist: "Neue Virusvarianten sind und bleiben eine Herausforderung", erklärt die Virologin. Die Zahl der Infektionen mit der Mutation liege in Österreich derzeit bei etwa sechs Prozent. Das zeige zwar, dass es bisher noch nicht zu einem deutlichen Anstieg gekommen ist, dennoch könne sich die Delta-Variante durchsetzen. Vor allem deshalb, weil sie "leichter übertragbar ist". Daher seien neben der Impfung auch das Monitoring der zirkulierenden Viren besonders wichtig.

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Das sind die fünf häufigsten Symptome der Delta-Variante:

Zweifach-Impfung schützt effektiv

Allerdings gebe es - zumindest für einen Teil der Bevölkerung - keinen Grund zur Sorge. "Die zweimalige Impfung schützt auch gegen die Delta-Variante effektiv, und auch das Tragen von Masken, Abstandhalten, häufiges Testen sind wirksame Maßnahmen." Eine wichtige Rolle würden hier "saisonale Effekte, Lockerung der Maßnahmen über den Sommer, Einträge von Reisenden und die Tatsache, dass der Großteil der Bevölkerung noch keinen oder keinen vollständigen Impfschutz hat" spielen.

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Kein Leben ohne Coronavirus

Ausrotten werden wir das SARS-CoV-2-Virus im Vergleich zu den Pocken jedoch nie. "Das Virus wird uns dauerhaft erhalten bleiben und wird als ein weiteres saisonales Coronavirus in der Bevölkerung zirkulieren." Die Impfung schütze zwar vor schweren Erkrankungen, aber nicht dauerhaft vor einer Infektion. "Damit kann das Virus, wenn auch in geringerem Ausmaß, auf andere übertragen werden. Es wird wie viele andere respiratorische Viren saisonal zu Atemwegsinfektionen führen."

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Dennoch: "Wenn wir eine hohe Durchimpfungsrate haben, werden wir niedrige Erkrankungszahlen haben, und wir können zu einem normalen Leben zurückkehren", sagt Aberle.

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