Er war eine TV-Legende in den USA – doch heute wird der Name Bill Cosby vor allem mit Dutzenden Missbrauchsvorwürfen in Verbindung gebracht. Nun wurde der 88-Jährige erneut verurteilt.
Ein Gericht in Santa Monica (Kalifornien) sah es als erwiesen an, dass Cosby im Jahr 1972 eine Frau unter Drogen gesetzt und vergewaltigt hat. Die Geschworenen sprachen der Klägerin Donna Motsinger (84) insgesamt knapp 60 Millionen US-Dollar (etwa 52 Millionen Euro) zu.
Laut "tag24.de", die sich auf die New York Times beruft, wurden zunächst 19,25 Millionen Dollar als Entschädigung für das erlittene Leid zugesprochen. Zusätzlich wurde Cosby zu 40 Millionen Dollar Strafschadensersatz verurteilt.
Motsinger hatte dem früheren TV-Star vorgeworfen, sie 1972 mit seiner Limousine abgeholt und ihr eine vermeintliche Aspirin-Tablette gegeben zu haben. Kurz darauf habe sie das Bewusstsein verloren und sei am nächsten Morgen in ihrem Bett aufgewacht – nur in Unterwäsche.
"Es hat 54 Jahre gedauert, bis Gerechtigkeit geschah", sagte die heute 84-Jährige nach der Urteilsverkündung vor dem Gerichtsgebäude. Cosby selbst war nicht persönlich erschienen und hatte die Vorwürfe über seine Anwälte zurückweisen lassen.
Es ist nicht die erste Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Schauspieler. 2018 wurde der Star der "Bill Cosby Show" zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, kam aber nach knapp drei Jahren wieder frei.
Im Jahr 2022 sprach eine Jury ihn wegen Missbrauchs einer 16-Jährigen schuldig. Damals musste Cosby dem Opfer rund 500.000 US-Dollar (etwa 430.000 Euro) Schadensersatz zahlen.