Nach dem Formel-3-Horror-Crash von Sophia Flörsch in Macao ermittelt jetzt der Internationale Automobilverband (FIA).
Die Nachwuchsrennfahrerin war am Sonntag auf dem engen Stadtkurs von Macao schwer verunglückt. Die Bilder ihres Rennwagens, der mit weit über 250 Stundenkilometern abhebt und ungebremst durch die Fangzäune in mehreren Metern Höhe gegen Schutzplanken kracht, ließen das Schlimmste vermuten.
Flörsch erlitt eine Wirbelsäulenfraktur, gab aber Entwarnung. "Ich wollte euch nur wissen lassen, dass ich ok bin", schrieb die 17-Jährige auf Twitter. Bei ihr wurde eine nicht näher definierte Wirbelsäulenfraktur diagnostiziert, am Montag wird sie operiert. "Wir müssen uns bei den Engeln bedanken, die sie heute bei sich hatte, und auch für die fantastische Kraft ihres Dallara-Rennwagens", sagte Flörschs Teamchef Frits van Amersfoort.
Nun wird Ursachenforschung betrieben, wie es zum schweren Unfall kommen konnte. Viele Fragen sind offen. Konkret geht es um eine Aussage des chinesischen Teamkollegen von Mick Schumacher. Guan Yu Zhou fuhr vor dem Unfall hinter Flörsch. Er behauptet, gelbe Warnlampen auf der Geraden gesehen zu haben. "Ich denke, das war ein Organisationsfehler. Sophia war sehr nahe an Jehan Daruvala dran, und als der früh bremste, hatte sie keine Zeit zu reagieren", sagte Zhou und schilderte den Unfallhergang weiter aus seiner Sicht: "Sie hat mit ihrem Auto den rechten Hinterreifen von Jehans Auto getroffen, und wurde in die Luft geschleudert - bis in den Fangzaun der Lisboa-Kurve."
Laut offizieller Zeitnahme war Flörsch nur wenige Meter vor der Anbremszone der Kurve mit 276,2 km/h Topspeed gemessen worden. (mh)