"Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden, wir sind Menschen – und wir sind Amerikaner." Mit diesen Worten nahm Bad Bunny vor einer Woche seine Grammy-Auszeichnung für das Album "Debí Tirar Más Fotos" als bestes Album des Jahres entgegen. Es bleibt abzuwarten, ob der puerto-ricanische Sänger die Bühne des Super-Bowl-Spektakels erneut nutzt, um die US-Abschiebepolitik von ICE zu thematisieren.
In der Nacht zum Montag (08. Februar) wird Bad Bunny die Halbzeitshow des 60. Super Bowls gestalten – eines der größten Fernsehereignisse der USA, das im Vorjahr mehr als 130 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgte. Trump selbst wird der Show nicht beiwohnen. Für ihn sei der Auftritt des Sängers eine "schreckliche Wahl", wie er der New York Post gegenüber erklärte.
Die Ankündigung sorgt für Diskussionen: US-Präsident Donald Trump äußerte Kritik daran, dass ein spanischsprachiger Künstler auftreten wird, der gesellschaftliche Normen infrage stellt. Besonders das androgyne Auftreten des Musikers – mit lackierten Fingernägeln, Strasssteinchen im Gesicht und extravaganten Outfits – polarisiert. Trump selbst wird die alternative Halbzeitshow, bei der unter anderem Kid Rock auftritt, verfolgen.
Die politischen Botschaften des Musikers haben durch seine Reichweite großes Gewicht. Bad Bunny gehört zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart: Mit über 100 Milliarden Spotify-Streams ist er derzeit der meistgestreamte männliche Musiker weltweit. Seine Musik behandelt gesellschaftliche Themen – von kolonialer Geschichte über Feminismus bis hin zu Einwanderung – und spricht insbesondere Menschen mit spanischer Muttersprache in den USA an. Aufgrund von Sicherheitsbedenken spielt Bad Bunny während seiner Welttournee nur wenige Shows in den USA; der Super Bowl ist die einzige Ausnahme.
Ist der Super Bowl die nächste große Bühne für ihn, um politische Missstände aufzuzeigen? Fakt ist: Mit Energie, Botschaften und einem Blick auf aktuelle Themen könnte Bad Bunny damit eines der spannendsten Super-Bowl-Erlebnisse der letzten Jahre liefern.