Was nach einem schlechten Science-Fiction-Film klingt, ist seit Februar 2026 offenbar Realität: Kakerlaken werden mit winzigen Elektro-Chip-Rucksäcken ausgestattet und als ferngesteuerte Spionage-Einheiten eingesetzt. Erste Schwärme sollen bereits an NATO-Kunden ausgeliefert worden sein.
Das Unternehmen "Swarm Biotactics" hat laut CEO Stefan Wilhelm die lebenden Insekten über bioelektrische neuronale Schnittstellen steuerbar gemacht. Die Kakerlaken bewegen sich so als koordinierte Einheit und können mit aufgesetzten Mini-Kameras durch Ritzen und Öffnungen in Gebäude eindringen.
Wie focus.de berichtet, soll unter anderem die deutsche Bundeswehr als Abnehmer für die Cyborg-Kakerlaken gewonnen worden sein. In den vergangenen zwölf Monaten habe es demnach eine Feldvalidierung in europäischen und US-amerikanischen Einsatzumgebungen gegeben.
CEO Wilhelm betont, dass es nicht darum gehe, eine bessere Drohne zu bauen. "Wir entwickeln ein anderes Skalierungsgesetz für physische Intelligenz - eines, bei dem sich die Leistungsfähigkeit durch Biologie und nicht durch technische Komplexität erhöht", erklärte er auf LinkedIn.
Die Technologie der Insektensteuerung hat zuletzt große Fortschritte gemacht. Forscher der University of Osaka haben etwa winzige Helme mit UV-LEDs entwickelt, mit denen Kakerlaken über Lichtsignale gesteuert werden können - ganz ohne chirurgischen Eingriff. In Tests konnten 94 Prozent der so ausgestatteten Tiere erfolgreich durch ein Labyrinth navigiert werden.
Das mögliche Einsatzgebiet der Cyborg-Kakerlaken geht über militärische Spionage hinaus. Auch bei Such- und Rettungsmissionen in Katastrophengebieten könnten die ferngesteuerten Insekten helfen, etwa um Verschüttete aufzuspüren. Die kleinen Tiere können dabei Stellen erreichen, die für Menschen oder herkömmliche Drohnen unzugänglich sind.