Ein Skiwochenende in Schladming endete für einen 25-jährigen Niederösterreicher blutig. Florian war am Sonntag auf der Planai unterwegs, als es am Nachmittag zu einem folgenschweren Unfall kam. Im Bereich der Schafalm versuchte der junge Mann, einer anderen Skifahrerin auszuweichen – dabei stürzte er schwer.
Schnee in der Bindung verhinderte ein rechtzeitiges Auslösen des Skis, dieser verhakte sich unglücklich im Untergrund. Die schmerzhafte Folge: Florian schlitterte seitlich mit dem linken Oberschenkel über die scharfe Skikante. Ein Blick auf das Bein ließ keinen Zweifel – sofortiges Handeln war nötig. Auf einer Hütte wurde die Wunde mit Vodka desinfiziert und notdürftig verbunden.
Mit diesem Verband trat der Verletzte später die Heimfahrt nach Straßhof (NÖ) an. Um auf Nummer sicher zu gehen, suchte er gegen 21.10 Uhr das medizinische Zentrum in Gänserndorf auf. Dort bestätigte eine Pflegerin, was Florian bereits befürchtet hatte: Die Wunde müsse genäht werden.
Doch dann der Schock: Der anwesende Arzt wies den 25-Jährigen laut eigener Aussage ab. Ihm sei erklärt worden, dass man dort keine Wunden nähen könne. Hilfe bekam Florian keine – stattdessen wurde er an ein rund 35 Kilometer entferntes Krankenhaus verwiesen.
"Ich hab gedacht, ich bin da beim Arzt", zeigt sich der Niederösterreicher fassungslos. "So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt."
Besonders bitter: Die Wunde sei nicht einmal begutachtet worden, dennoch habe man ihn ohne Behandlung weggeschickt. "Ich verstehe nicht, wozu wir dieses 'Hobby-Spital' in Gänserndorf überhaupt noch haben. Man wird dort eh fast immer weggeschickt", sagt Florian enttäuscht.
Im Krankenhaus Mistelbach ging es dann glücklicherweise schnell. Innerhalb von 30 Minuten wurde die Schnittwunde mit fünf Stichen genäht. Dort erklärten ihm die Ärzte, dass solche Verletzungen idealerweise innerhalb von etwa sechs Stunden versorgt werden müssen. Florian dürfte somit gerade noch rechtzeitig behandelt worden sein.
Warum im medizinischen Zentrum in Gänserndorf keine Wundversorgung möglich war, ist derzeit unklar. Eine schriftliche Anfrage von "Heute" blieb bislang unbeantwortet.