Schlappe für Regierungschefin

Dänemark: Frederiksen scheitert mit Regierung

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat ihren Versuch, eine neue Regierung zu bilden, vorerst aufgegeben. Jetzt droht das Aus.
Newsdesk Heute
09.05.2026, 16:24
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Eineinhalb Monate nach der Parlamentswahl in Dänemark ist Mette Frederiksen mit der Regierungsbildung gescheitert. Die sozialdemokratische Regierungschefin gab am Donnerstagabend den Versuch auf, eine Koalition zusammenzustellen.

Frederiksen hatte bisher mit den Rechtsliberalen sowie den Moderaterne, einer Partei der politischen Mitte von Ex-Premier Lars Lokke Rasmussen, regiert. Nach der Wahl sollte sie eine neue Regierung unter Beteiligung der Sozialistischen Volkspartei und der Linksliberalen bilden.

Wie NTV berichtet, hatte Rasmussen nach wochenlangen erfolglosen Gesprächen erklärt, sich stattdessen für Troels Lund Poulsen, den Chef der rechtsliberalen Venstre, als neuen Verhandlungsleiter auszusprechen.

Bürgerlich-konservatives Lager am Zug

Die 48-Jährige empfahl König Frederik X. nun eine weitere sogenannte Königsrunde. Dabei werden alle Parlamentsparteien beim Monarchen vorstellig und geben bekannt, für wen sie sich als Leiter der Regierungsverhandlungen aussprechen.

Poulsen dürfte dank Rasmussens Unterstützung gute Chancen haben, neuer Verhandlungsleiter zu werden. Er könnte eine Koalition aus Parteien des bürgerlich-konservativen Lagers auf die Beine stellen. Frederiksens Traum von einer dritten Amtszeit wäre damit aber nicht unbedingt geplatzt.

Historisch schlechtes Wahlergebnis

Bei der Wahl Ende März hatten die Sozialdemokraten mit nur 21,9 Prozent der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit über einem Jahrhundert kassiert. Zwar wurden sie erneut stärkste Partei, aber die bisherige Drei-Parteien-Koalition ist von einer Mehrheit im Parlament weit entfernt.

Der bürgerlich-konservative "blaue Block" kommt im Parlament auf 77 Sitze, der linke "rote Block" auf 84 Sitze. Die Moderaterne mit 14 Sitzen könnte einem der beiden Blöcke helfen, die für eine Mehrheit nötigen 90 Mandate zu erreichen.

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