Pensionist Helmut (64)

"Daheim würde ich verarmen – hier hab ich vier Autos"

Ob Ungarn, Thailand oder die Karibik – immer mehr Pensionisten zieht es ins Ausland. Sie zeigen, wie ihr Alltag fern der Heimat ausschaut.
Newsdesk Heute
15.07.2026, 21:02
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Seit kurzem stehen Pensionisten in der Schweiz im Fokus: Weil Todesfälle oder Ausreisen teils nicht gemeldet wurden, hat die AHV (Pensionsversicherung) fast 40 Millionen Franken (43 Mio. Euro) zu viel ins Ausland überwiesen. Die Politik will nun strengere Regeln einführen.

Wie "20 Minuten" berichtet, haben sich auf einen Aufruf zahlreiche Schweizer Männer gemeldet, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen. Einige von ihnen erzählen, wie ihr neues Leben ausschaut.

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Helmut (64), Ungarn

Seit sechs Jahren lebt Helmut in Ungarn und genießt dort seinen Ruhestand. "In der Schweiz würde ich auf Dauer verarmen. Hier kommt man mit 1.000 Franken durch und muss nicht jeden Rappen zweimal umdrehen", sagt er.

Durch Zufall fand er eine Kleinstadt in der ungarischen Tiefebene, kaufte sich ein Haus und lebt dort mit seiner Hündin Bubu. Die Ruhe schätzt der 64-Jährige besonders: "In der Schweiz könnte ich nicht mehr wohnen. Es sind einfach zu viele Leute." In Ungarn kann er eines seiner vier Autos aus der Garage holen und ohne Stau durch die Gegend fahren.

Auch der Alltag ist für ihn unkomplizierter: "Hier hat man noch echte Freiheiten. Für ein kleines Mäuerl braucht man kein Bauansuchen." Einziger Nachteil: das Gesundheitssystem. "Die Spitäler sind wie in den 80ern stehen geblieben. Wenn was Ernstes ist, fahre ich in die Schweiz."

Trotzdem würde er jedem empfehlen, nach der Pensionierung auszuwandern: "Es ist einfach herrlich."

Alfred (66), Thailand

Alfred ist 66 und lebt seit acht Jahren in Thailand. Mit dem Land ist er aber schon lange vertraut: Seine Frau stammt aus Thailand, vor 22 Jahren haben sie geheiratet. Nach 16 gemeinsamen Jahren in der Schweiz zog es das Paar dort hin – auch aus finanziellen Gründen.

Wie teuer das Leben im Alter in der Schweiz wirklich ist, wurde ihm klar, als er seine Mutter pflegte. Sie bekam rund 3.000 Franken Pension, das Altersheim kostete aber 6.000 bis 8.000 Franken pro Monat. "Ohne Ergänzungsleistungen geht da einfach nichts."

Deshalb stört ihn der Vorwurf, Auslandsrentner würden von der Schweiz finanziert: "Hier in Thailand kann ich anständig leben, ohne dem Steuerzahler auf der Tasche zu liegen." Auch den Vorschlag, AHV-Zahlungen an Pensionisten im Ausland zu kürzen, versteht er nicht: "Ich hab wie alle anderen Anspruch auf das Geld, das ich 44 Jahre lang eingezahlt habe."

Thailand hat für Alfred aber nicht nur finanzielle Vorteile: "Hier hab ich keine Arthrose mehr und die Migräne ist viel besser." Außerdem habe er gelernt, was Familienzusammenhalt bedeutet: "In Europa werden alte Menschen einfach beiseitegeschoben – hier ist das noch nicht so."

Christoph (68), Spanien

Auch Christoph stand vor dem Problem: "In Genf hätte ich Sozialhilfe gebraucht. Das wollte ich nicht", sagt er. Deshalb plante er seinen Ruhestand in Spanien genau. Mit etwa 3.000 Franken aus AHV und Pensionskasse könne er dort gut leben und sogar etwas fürs Reisen sparen.

"Man lebt nicht wie ein König, aber ich kann mir leisten, auf was ich Lust habe." Ausschlaggebend war aber nicht nur das Geld: "Die Schweiz war mir immer zu kalt."

Robert (67), Dominikanische Republik

Nach seiner Scheidung vor 25 Jahren reiste Robert erstmals zum Kopfauslüften in die Dominikanische Republik. Der Karibikstaat wurde dann immer öfter sein Ferienziel. Seit Oktober 2025 lebt der 67-Jährige nun fix in Santo Domingo.

"Nach zwei Scheidungen ist von meiner BVG nicht mehr viel übrig geblieben – und mit der AHV allein könnte ich in der Schweiz nicht leben", sagt der ehemalige Malermeister. Auf der Insel konnte er sich aber eine Wohnung kaufen. Trotzdem war für ihn klar: "Auch mit genug Geld wäre ich gegangen. Ich hasse die Kälte."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.07.2026, 21:07, 15.07.2026, 21:02
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