Die Tennis-Weltverbände ATP und WTA überlegen, einen Hilfsfond für Spieler im unteren Weltranglisten-Bereich einzurichten. Eine Idee, der Dominic Thiem wenig abgewinnen kann.
Aktuell liegt Thiem auf Platz drei der Weltrangliste, in seiner Karriere hat er bereits 23,8 Millionen Dollar verdient. Von den Plänen eines Hilfsfonds, der mit neun Millionen Dollar dotiert sein soll - und in den Spitzenspieler freiwillige Spenden einzahlen sollen - ist er wenig begeistert.
Der Niederösterreicher erklärt: "Ich kenne die Future-Tour, habe dort zwei Jahre lang gespielt. Dort gibt es viele Leute, die dem Sport nicht alles unterordnen. Ich würde nicht einsehen, warum ich solchen Leuten Geld schenken sollte. Ich spende lieber an Leute oder Institutionen, die es wirklich brauchen."
Thiem stellt klar: "Keiner von uns Top-Leuten hat das geschenkt bekommen. Wir mussten uns alle hochkämpfen. Ich habe in keinem Beruf die Garantie, irgendwann einmal richtig viel Geld damit zu verdienen. Es kämpft kein Tennisspieler, auch nicht die, die weiter unten stehen, ums Überleben. Es muss keiner verhungern."
Der internationale Turnierbetrieb steht bis mindestens Mitte Juli still. Thiem darf seit vergangenen Montag wieder trainieren. Für ihn gibt es jetzt auch an der Spielkonsole die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Denn die Organisatoren der Madrid Open luden Österreichs Nummer eins zum virtuellen Turnier ein. Am kommenden Montag (nicht vor 18.30 Uhr) trifft er in einer Gruppe auf US-Spieler John Isner, weitere Konkurrenten sind Diego Schwartzman aus Argentinien und der Spanier David Ferrer.
In den weiteren Gruppen sind große Namen wie Rafael Nadal oder Andy Murray am Start. Ausgeschüttet werden 150.000 Euro Preisgeld. Die Profis dürfen selbst entscheiden, wie viel Preisgeld sie behalten, und wie viel sie für Spieler in finanziellen Nöten spenden wollen.Die "Madrid Food Bank" erhält 50.000 Euro als Unterstützung zur Eindämmung des Coronavirus. Das Turnier kann auf der Facebook-Seite von Playstation Espana und der Homepage der Madrid Open mitverfolgt werden.