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Darum streiten sich Barca & Real schon vor Clásico

Ein spanischer Brauch sorgt vor dem Duell der Erzrivalen für Aufregung. Die Königlichen sehen sich im Recht, die Barcelona-Stars spotten zurück.
Heute Redaktion
13.09.2021, 20:46

Am Sonntag (20.45 Uhr, "Heute" tickert live) steigt im Camp Nou der Clásico. Die Königlichen aus Madrid gegen die Katalanen aus Barcelona – der Klassiker der Klassiker im Weltfußball. Barça steht bereits als spanischer Meister fest. Real Madrid hat 15 Punkte Rückstand auf den Erzrivalen. Sportlich ist die Luft also draußen. So muss nun anderweitig für Brisanz gesorgt werden.

Einst spontane Geste, heute Tradition

Seit bald 50 Jahren ist es in Spanien Tradition, dem Meister oder Cupsieger aus Anerkennung Spalier zu stehen. 1970 wurde Atlético Madrid spanischer Meister – mit einem Punkt Vorsprung auf das zweitplatzierte Athletic Bilbao. Etwa einen Monat später standen sich die beiden Teams im spanischen Cup gegenüber, und die Spieler aus Bilbao applaudierten dem Gegner beim Betreten des Platzes. Eine Ehrbekundung, die mit den Jahren zur Tradition wurde.

Die Barça-Spieler um Spielmacher Xavi würdigten den Erzrivalen und feststehenden Meister 2008 beim Auswärtsspiel in Madrid mit dem Spalier.

Und so empfing auch Deportivo La Coruña am vergangenen Wochenende die Cupsieger aus Barcelona mit der traditionellen Ehrbekundung, in Spanien "Pasillo" genannt. Und dies obwohl ihr Trainer, Clarence Seedorf, ein eingefleischter Madridista ist. Er absolvierte zwischen 1996 und 1999 über 150 Spiele für die Königlichen.

Wie du mir, so ich dir!

Im Hinspiel hätten die Barcelona-Stars den Madrilenen im Bernabéu Spalier stehen sollen. Real war nur wenige Tage vor dem Clásico Fifa-Club-Weltmeister geworden. Barça weigerte sich damals mit der Begründung, es habe nicht an der Club-Weltmeisterschaft teilgenommen. Die Katalanen gewannen daraufhin im Bernabéu 3:0. Beides hat beim Gegner Spuren hinterlassen.

Die Madrilenen tun es dem Erzrivalen am Sonntag nun gleich. Sie werden keinen "Pasillo" für die Messi-Elf formen. Dies hatte Coach Zinedine Zidane bereits angekündigt und Captain Sergio Ramos diese Woche nochmals bekräftigt. In der königlichen Vereinshymne werden die Mannen in Weiß als "Cabellero del Honor" – als Ritter der Ehre – besungen, die immer mit Respekt auf die Lorbeeren der anderen blicken. Doch das gilt nicht mehr für den Erzrivalen. Real Madrid sieht sich im Recht. Der FC Barcelona habe ja zuerst mit der Tradition gebrochen, so Zidane.

Kein Vorgeplänkel ohne Piqué

Barcelonas Urgestein Gerard Piqué nimmt es mit Humor: "Um fair zu sein: Wir haben Real Madrid gesagt, dass wir nicht für sie Spalier stehen würden, als sie die Club-WM gewannen, weil wir nicht teilgenommen haben – also sollten wir auch nicht von ihnen verlangen, das für uns zu tun, wenn sie nicht an La Liga teilgenommen haben." Ein für ihn typischer Seitenhieb. Auf eine Antwort aus Madrid muss man wohl nicht lange warten. So ist im Vorfeld des Klassikers trotz entschiedener Meisterschaft für Zündstoff gesorgt. (tzi)



(red.)

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