Er geht ins gern Fitnessstudio, spielte Fußball und betreibt Kampfsport. Pfarrer Márton Gál (37) brachte sichtbar frischen Wind in die altehrwürdige Michaelerkirche, wo "Heute" ihn zum Weihnachts-Talk treffen durfte. Seit einem Jahr leitet der gebürtige Rumäne aus Temeschwar die Wiener Innenstadt-Pfarre mit der Jahrhunderte alten Geschichte, beantwortet vor der aufgebauten Krippe alle "Heute"-Fragen durchaus mit Humor.
So verrät der Salvatorianer mit einem Augenzwinkern, was er jenen Menschen sagt, die nur zu Weihnachten in die Kirche kommen: "Und wenn wir uns bis Ostern nicht sehen, wünsche ich jetzt schon frohe Ostern", lacht der Priester und freut sich über jeden, der kommt – sei es auch nur einmal im Jahr. Der Rückgang der Gläubigen in Österreich besorgt Pater Gál nicht allzu sehr. "Es gibt auch Wiedereintritte – erst gestern hatte ich einen und heute wieder. Junge Erwachsene kommen zurück – das gibt Hoffnung."
Weihnachten sei nicht nur die "größte Geburtstagsparty der Welt", sondern auch eine tief spirituelle Zeit: "Es geht nicht nur darum, dass Gott Mensch wurde, sondern auch darum, dass ich menschlicher werde." Seine Weihnachtsbotschaft an alle: "Fürchtet euch nicht. Gott ist die wahre Freude – und diese Freude wünsche ich uns allen."
Seine private Weihnachtsfeier mit der Mama kann erst nach dem Jahreswechsel in der Heimat nachgeholt werden. "Bei uns wird zu viel gegessen, das muss ich zugeben. Es gibt im Kraut gewickeltes Fleisch, das nennt sich Sarmale – sehr lecker." In seiner Michaelerkirche startet die Christmette mit barocker Musik heuer am Heiligen Abend bereits um 22 Uhr.