Das bedeutet der Masken-Skandal für Palmers und Lenzing

FFP2-Masken des Herstellers Hygiene Austria, hinter dem Palmers und Lenzing stehen.
FFP2-Masken des Herstellers Hygiene Austria, hinter dem Palmers und Lenzing stehen.Georges Schneider / picturedesk.com
Nach dem Skandal um China-Schutzmasken des heimischen Herstellers Hygiene Austria sind die beiden Unternehmen Palmers und Lenzing angeschlagen.

Die Hausdurchsuchungen bei Hygiene Austria sorgten vor wenigen Tagen für großen Wirbel – "Heute" berichtete. Die Anschuldigungen haben es in sich: Das Unternehmen soll chinesische FFP2-Masken umetikettiert haben. Auch der Vorwurf der Schwarzarbeit steht mittlerweile im Raum. "Um den zwischenzeitlichen Nachfrageanstieg zu bewältigen, wurde ein chinesischer Lohnfabrikant mit der Produktion von Masken nach dem Baumuster der Hygiene Austria beauftragt", bestätigte das Unternehmen selbst.

Wie groß ist der Imageschaden durch den Skandal nun für die Unternehmen hinter Hygiene Austria, Palmers und Lenzing. Immens, sagt der ehemalige Vorstand des Instituts für Handel & Marketing (H&M) der Wirtschaftsuni Wien, Peter Schnedlitz, im Ö1-"Morgenjournal". Die Aktie von Lenzing habe einen Dämpfer erlitten und bei Palmers sei es "auch sehr schade", weil das Unternehmen nach Turbulenzen die jüngsten fünf Jahre gut unterwegs gewesen sei. Es gelte aber: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht."

"Die Milch ist verschüttet, das Glas zerbrochen"

Dass Supermärkte die "Hygiene Austria"-Masken nicht mehr verkaufen, sei dennoch eine Überreaktion, so Schnedlitz. Man müsse damit leben, dass viele Produkte aus China kommen, so der Experte. Nicht dass sei das Problem, sondern, dass man beim Marketing "zu tief in den Imagetopf gegriffen" habe. Es sei unnötig gewesen, "made in Austria" in den Mittelpunkt zu stellen, man hätte lieber ehrlich sein sollen. Es sei klar, dass man die Anfragespitzen gerade zu Beginn nicht selber abdecken werde können und importieren müsse, das hätte man auch sagen müssen: "Was Menschen nicht wollen ist, dass sie falsch informiert werden", so Schnedlitz.

Den Schaden werde bei Palmers auch in anderen Bereichen zum Tragen kommen, sagt der Experte. Palmers sei ein Vorzeigeunternehmen in den 70ern, 80ern und 90ern gewesen und sei weltweit beobachtet worden: "Schade, dass man auf so leichtfertige Art und Weise die Marke angekratzt hat." Palmers sei eine Händlermarke und mehr in der Öffentlichkeit, Lenzing ein aktienorientiertes Unternehmen, beide Reaktionsweisen seien aber "nicht optimal" gewesen. "Die Milch ist verschüttet, das Glas zerbrochen", so Schnedlitz. Da wieder herauszukommen, sei schwierig: " Man muss den Beweis antreten, dass man kein Schwindler ist."

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