Für eine 17-jährige aus der Steiermark wurde die Lehre zur Belastung. Während ihrer Ausbildung in einer Tankstelle wurde sie wiederholt belästigt, zunächst von Gästen im Café.
Als sie sich beschwerte, reagierte ihr Chef nicht. Er meinte, er könne nicht alle Gäste hinauswerfen.
Kurz darauf wurde die Situation noch schlimmer: Auch der Chef selbst machte anzügliche Bemerkungen und berührte die Jugendliche unerwünscht. Als sie ihn aufforderte aufzuhören, bekam sie nur eine lapidare Antwort: "Das ist normal bei uns."
Gemeinsam mit ihren Eltern zog die 17-Jährige die Reißleine und suchte bei der Arbeiterkammer Steiermark um Hilfe an. Sie beendete ihre Lehre vorzeitig. Rechtlich ist das absolut berechtigt.
Der Kampf gemeinsam mit der AK zahlte sich aus: Der Arbeitgeber musste der jungen Frau Schadenersatz zahlen, weil er seine Fürsorgepflicht verletzt hatte und selbst übergriffig wurde. Am Ende kam es zu einem Vergleich: 7.600 Euro wurden ihr zugesprochen.