Vor einem halben Jahr gab ein 25-Jähriger bei der Polizei in Bruck an der Mur (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) an, überfallen worden zu sein. Eine Großfahndung der Polizei war die Folge. Nun stellte sich heraus: Die Attacke war frei erfunden. Ein ähnlicher Fall in Graz wurde ebenfalls am Dienstag publik:
Der 25-Jährige gab Mitte März an, gegen Mittag auf einem Geh- und Radweg nahe des Brucker Hauptbahnhofes von zwei unbekannten Männern überfallen worden zu sein. Dabei hätten die Täter versucht, seine Geldbörse zu stehlen sowie ihn mit einem Messer bedroht und verletzt. Die Polizei leitete daraufhin eine Großfahndung mit rund 30 Polizeistreifen ein.
Auch Züge und relevante Verkehrsknotenpunkte in der Umgebung wurden intensiv kontrolliert. Die Suche nach den vermeintlichen Tätern blieb jedoch ohne Erfolg.
Im Zuge der weiteren Ermittlungen führten Polizisten zahlreiche Erhebungen und Auswertungen durch. Dabei ergaben sich erhebliche Widersprüche zwischen den Angaben des 25-Jährigen und den Ermittlungsergebnissen.
Bei einer neuerlichen Einvernahme konfrontierten die Ermittler den Mann mit diesen Unstimmigkeiten. Daraufhin gestand er, den Überfall frei erfunden zu haben. Auch die damals festgestellten oberflächlichen Schnittverletzungen hatte er sich laut eigenen Angaben mit einem zuvor gekauften Küchenmesser selbst zugefügt.
Der 25-Jährige zeigte sich zu den nun gegen ihn erhobenen Vorwürfen geständig. Er wird wegen des Verdachts der Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung sowie der falschen Beweisaussage an die Staatsanwaltschaft angezeigt. Auch eine Verrechnung der entstandenen Einsatzkosten wird geprüft.