Roboter mit menschlicher Gestalt könnten in steirischen Betrieben zum Einsatz kommen. Die Steiermark will sich als Testregion für humanoide Roboter positionieren und bewirbt sich dafür gemeinsam mit internationalen Partnern um ein Millionen-Projekt der EU.
Über das Forschungsprogramm Horizon Europe stehen dafür 18 Millionen Euro zur Verfügung, das schreibt der ORF. Die Ausschreibung beginnt im November, der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden. Die Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, soll im kommenden Sommer fallen.
Geplant ist, humanoide Roboter direkt in der Industrie zu testen. Mögliche Einsatzbereiche sind die Fertigung, die Logistik und Wartungsarbeiten.
Die Steiermark soll dabei eine zentrale Rolle übernehmen. AT-Styria-Geschäftsführer Helmut Röck sieht durch die Technische Universität und Joanneum Research eine starke wissenschaftliche Basis im Land. "Die Steiermark soll sozusagen den Kern einer großen, breit gedachten mitteleuropäischen Initiative werden", sagt Röck.
Für die Steiermark geht es dabei auch um wirtschaftliche Chancen. Bereits jetzt arbeiten mehr als 44.000 Menschen in der steirischen Automatisierungstechnik. Bis zum Jahr 2030 könnten bis zu 10.000 weitere Arbeitsplätze dazukommen.
Ob die Steiermark tatsächlich zur Testregion wird, steht allerdings noch nicht fest. Zunächst muss sich das internationale Konsortium im Bewerb um die EU-Förderung durchsetzen.
Die Höhe der Förderung wird allerdings auch kritisch gesehen. Ulrike Haslauer, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Mess-, Automatisierungs- und Robotertechnik, hält die vorgesehenen 18 Millionen Euro für ein EU-Projekt für nicht ausreichend.
Gerade in der derzeitigen Entwicklungsphase zähle jeder Cent. Dennoch wolle man die zur Verfügung stehende Förderung nutzen.
Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, könnten die Tests mit den humanoiden Robotern frühestens 2028 beginnen.