Mitte September rückten in Graz 53 Polizisten mit 26 Streifenfahrzeugen aus. Auch Cobra, Schnelle Interventionsgruppe, Diensthunde und die Verhandlungsgruppe Süd waren im Einsatz. Der Grund: Ein Paar hatte eine Schusswaffen-Bedrohung in einer Wohnung in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße gemeldet.
Bei den anschließenden Ermittlungen stießen die Beamten auf erhebliche Widersprüche. Bei einer neuerlichen Einvernahme konfrontierten die Ermittler das Paar mit den Ungereimtheiten.
Schließlich gestanden die beiden, dass der von ihnen beschuldigte Mann zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls überhaupt nicht in der Wohnung gewesen war. Die Bedrohung mit der Schusswaffe war somit frei erfunden. Laut Polizei sollen die beiden zum Zeitpunkt des Notrufs zudem stark durch Suchtmittel beeinträchtigt gewesen sein.
Der erfundene Notruf hatte weitreichende Folgen: Die stark frequentierte Conrad-von-Hötzendorf-Straße musste im Nachmittagsverkehr auf einer Länge von rund 800 Metern gesperrt werden.
Nun werden die beiden Anzeiger wegen des Verdachts der Verleumdung an die Staatsanwaltschaft Graz angezeigt. Auch eine Anzeige wegen Ordnungsstörung folgt. Zusätzlich wird geprüft, ob die Kosten des Großeinsatzes den beiden verrechnet werden können. Wie hoch diese sind, ist derzeit noch nicht bekannt.