Das sagt Ex-Trainer Bresnik zur Thiem-Krise

Bresnik über Ex-Schützling Thiem: "Ich habe keine Ahnung."
Bresnik über Ex-Schützling Thiem: "Ich habe keine Ahnung."(Bild: GEPA-pictures.com)
Dominic Thiem steckt in der Krise. Sein Ex-Mentor Günter Bresnik wird 60 Jahre alt. Er trainiert jetzt wieder mit Thiem-Kumpel Dennis Novak.

Es sind turbulente Tage im heimischen Tennis. US-Open-Sieger Dominic Thiem kämpft mit Motivationsproblemen. "Ich bin in ein Loch gefallen", sagt er dem "Standard". Dennis Novak, einer seiner besten Freunde, kehrte der "Thiem Akademie" überraschend letzte Woche den Rücken und kehrte zu seinem Ex-Trainer Günter Bresnik zurück.

Das brachte Thiem-Vater Wolgang auf die Palme. Er sprach von einem "Rachefeldzug" und unterstellte Bresnik, der Thiem und Novak ausbildete, "manipulative Fähigkeiten". Bresnik wollte den Rundumschlag nicht kommentieren, er ließ nur ausrichten, dass Novak seine Gründe für den Wechsel haben werde. 

Bresnik: "Ich habe keine Ahnung"

Novak, die Nummer 110 der Tennis-Welt merkte an, sich nicht perfekt betreut zu fühlen, weil der Fokus zu sehr auf Thiem liege. Der offene Konflikt hilft wohl niemandem - am wenigsten Dominic Thiem.

Günter Bresnik feiert übermorgen seinen 60. Geburtstag. Zur Thiem-Krise meint der Ex-Mentor: "Erstens äußere ich mich zu Dominic negativ einmal gar nicht. Und wenn ich Interna nicht kenne, überhaupt nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich habe ihn einmal gesehen, das war nicht der angenehmste Zeitpunkt für ihn. Ich mag den Buam, ich weiß nicht, welche Schwierigkeiten er hat. Ich weiß nicht, wie damit umgegangen wird, ob man es anders machen könnte", meint er zur APA.

Vom Jammern vieler Tennisprofis über den schwierigen Alltag auf der Tour hält Bresnik freilich wenig. Zuletzt machte er sich beim Masters-Turnier in Monte Carlo selbst ein Bild. "Ich habe es in Monte Carlo erlebt. Man kann immer Dinge schlecht finden. Noch lieber wäre es mir, wenn die Leute wie vor 20 Jahren kein Handy einstecken hätten. Das hat mir noch mehr getaugt. Auf der anderen Seite - wie schön ist es, in Monte Carlo oder Buenos Aires, Cincinnati. Tennisplätze und Hotels sind nie unangenehm. Es gibt Leute, die arbeiten das ganze Jahr dafür, dass sie zwei Wochen auf Urlaub fahren. Ein Tennisspieler ist nie auf Urlaub, es ist auch ein hartes Brot. Aber die Jammerei, wenn ich mir die ernsthaften Probleme von anderen Leuten anschaue, die ist unberechtigt."

Bresnik sieht durch die Pandemie neue Bedingungen für Spieler, auf die man sich einstellen muss. Beim Vergleich mit dem Otto Normalverbraucher hält er Demut bei den Tennisprofis für angebracht. "Das sind Umstellungen, mit denen man leben kann. Der eine leidet darunter, wenn man viele Zuschauer hat, der nächste darunter, wenn keiner zuschaut. Manche leiden drunter, dass es statt einer Million nur noch 100.000 zum Gewinnen gibt. Wie will man das irgendwo rechtfertigen, als halbwegs Mensch mit Grips, wenn es andere Leute gibt, die nicht einmal wissen, wie sie für die Familie etwas auf den Tisch bringen. Bei den meisten von den jungen Spielern - behaupte ich bösartig -, ändert sich der Tagesablauf nicht einmal großartig, weil die so und so 90 Prozent der Freizeit auf Playstation, Instagram, Facebook und dem anderen Scheiß verbringen. Es steht ihnen zu, aber dann darf ich nicht darüber jammern, wenn es quasi vorgeschrieben ist, was sie in ihrer Freizeit sonst auch machen würden. Für die älteren Spieler jenseits der 30 ist das schon ein bisserl was anderes."

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