Finnland hat den knapp verpassten Sieg 2023 (die Trophäe ging am Ende an Loreen aus Schweden) bis heute nicht verdaut und setzt heuer mit einem perfekt abgestimmten Duo alles auf eine Karte. "Liekinheitin" ("Flammenwerfer") führt seit Wochen die Wettquoten an, ein Sieg käme exakt 20 Jahre nach dem ersten Platz von Lordi beim ESC 2006.
Appetit auf den Sieg hat auch Dänemark. Durchaus berechtigt: Nach eher miserablen Darbietungen der Vorjahre (seit 2021 vier Mal im Semifinale ausgeschieden) setzt man heuer auf ein überzeugendes Gesamtpaket. Søren T. Lund will im Finale am 16. Mai ganz weit vorne mitsingen. Hält die zuletzt leicht angekratzte Stimme, könnte er um einen Stockerlplatz mitmischen.
Auch Frankreich hat mit dem ESC eine Rechnung offen: Der knappe zweite Platz 2021 (Barbara Pravi landete mit "Voilà" hinter Italiens Måneskin) schmerzt bis heute. Richten soll es die stimmgewaltige Monroe, die mit einem dramaturgischen Mix aus Pop und Oper erneut eine Top-Platzierung anpeilt – zu Recht!
Für Israel geht Noam Bettan ins Rennen. Das musikalische Ausnahmetalent packt gleich sämtliche Sprachen aus und singt seine gelungene Ballade in nur drei Minuten auf Hebräisch, Französisch und Englisch. Konkurrenz in Wien gibt es für ihn nicht nur auf der Bühne: linksextreme Gruppen haben angekündigt, Demonstrierende sogar aus dem benachbarten Ausland nach Wien zu bringen, um den Auftritt des jungen Künstlers vor und in der Stadthalle mit Buhrufen zu stören.
This year’s Eurovision Song Contest favorites are led by Finland, whose song "Liekinheitin" ("Flamethrower") has topped betting odds for weeks – a win would come exactly 20 years after Lordi’s 2006 victory. Denmark is another strong contender with a convincing overall package after years of semifinal exits. France, still stinging from their narrow second place in the 2021 contest, hopes for powerhouse vocalist Monroe to secure a top spot with her strong pop-opera mix. Israel’s vocal talent Noam Bettan impresses with a multilingual ballad, while Australia sends national superstar Delta Goodrem with a perfect, jury-friendly production. Austria’s catchy entry sung in German is charting well domestically but isn’t expected to compete for the win.
Dann wäre da noch Australien, das mit Delta Goodrem einen nationalen Superstar ins Rennen schickt. Der perfekt produzierte Song wird bei der Jury mit Sicherheit gut abräumen. Sollte Australien am Ende gewinnen, wird der Wettbewerb aber aus logistischen Gründen in einem europäischen Land ausgetragen – etwa beim Zweitplatzierten.
Und Österreich? Der Song ist pfiffig und stürmt bereits jetzt die Radio-Charts im deutschsprachigen Raum. Schämen müssen wir uns für Cosmó daher keineswegs. Ziel war aber offenbar, uns "den Schaas" nicht erneut zu gewinnen. Das wird gelingen – sogar der letzte Platz ist in realistischer Reichweite. Schon 2016 wusste Zoë Straub, dass man auf Deutsch beim Song Contest nicht mehr viel reißt ("Loin d’ici" schaffte den fulminanten achten Platz beim Publikum).