Alle 35 Songs für den diesjährigen "Eurovision Song Contest 2026" sind fix – und auf der offiziellen YouTube-Seite des Wettbewerbs bereits in einem großen Zusammenschnitt zu sehen und zu hören.
Wer sich durch die Beiträge klickt, erkennt schnell einen auffälligen Trend: Klassische Elemente feiern ein Comeback.
Nach JJs Triumph für Österreich im Vorjahr mit Operngesang setzen heuer überraschend viele Acts ebenfalls auf orchestrale Klangfarben. Besonders häufig tauchen Geigen auf – nicht nur als musikalisches Stilmittel, sondern auch als visuelles Element in Performance und Musikvideo.
Albanien etwa bringt mit Alis und "Nân" Streicher prominent ins Spiel, ebenso Finnland, wo Linda Lampenius gemeinsam mit Pete Parkkanen "Liekinheitin" präsentiert. Auch Malta mit Aidans "Bella" und Frankreichs Monroe mit "Regarde" greifen hörbar zu Geige – Letztere wagt sich dabei sogar selbst an klassischen Gesang. Opernklänge will auch Lettland liefern: Atvara tritt mit dem Song "Ēnā" an und will damit in JJs Fußstapfen treten.
Australien setzt auf Starpower und schickt mit Delta Goodrem eine im Land sehr bekannte Jurorin aus "The Voice" ins Rennen – statt einer Kandidatin aus der Show, wie es viele andere tun. Auch in Deutschland setzt man auf einen bekannten Namen, indem man Sarah Engels mit "Fire" schickt. Ob man mit ihr endlich wieder bessere Plätze als in den Vorjahren erzielen kann, wird sich zeigen.
San Marino versucht ebenfalls mit prominenter Unterstützung zu punkten: Senhit singt "Superstar" gemeinsam mit 80er-Kultstar Boy George, liegt bei den Wettquoten aktuell aber eher im hinteren Feld.
Für Aufsehen sorgen andere Beiträge: Rumänien tritt mit Alexandra Capitanescu und "Choke Me" (deutsch: "Würg mich") an, während Montenegros Tamara Živković in "Nova Zora" im Musikvideo mit Rollenbildern spielt und Männer beim Putzen und Bügeln zeigt.
Serbien geht musikalisch in eine völlig andere Richtung und schickt die Heavy-Metal-Band Lavina mit "Kraj Mene" – Leder, Gitarren und Schrei-Einlage inklusive. Schweden wiederum setzt bei "My System" von Felicia statt auf große Gesangsmomente auf einen Techno-Rave.
Die Konkurrenz für Österreich könnte auch heuer wieder kaum vielfältiger sein. Wer weiterhin behauptet, beim "Song Contest" gehe es einzig um LGBTQ-Botschaften, hat sich offenbar nicht näher mit dem Wettbewerb beschäftigt – oder kennt lediglich Conchita Wursts Gewinnerbeitrag von 2014.