Das sind die neuen Corona-Maßnahmen in der Schule

Der Ninja-Pass wird Österreichs Schüler weiterhin begleiten.
Der Ninja-Pass wird Österreichs Schüler weiterhin begleiten.HARALD SCHNEIDER, HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Gesundheitsminister Mückstein und Bildungsminister Faßmann enthüllten am Mittwoch den neuen Drei-Stufenplan, der das Schuljahr sicher machen soll

Waren im Frühjahr die Ältesten bereits geimpft und konnten wieder ein halbwegs normales Leben führen, sah das bei den Jüngsten völlig anders aus. Corona-Welle, überfüllte Intensivstationen, Lockdown, somit auch: Distance Learning und Schichtbetrieb. Hunderttausende mussten wochen- oder monatelang am Tablet lernen, sahen ihre Freunde kaum, bewegten sich nur wenig.

Damit soll im neuen Schuljahr Schluss sein. "Großflächige Schulschließungen oder Schichtbetrieb soll es in diesem Schuljahr nicht mehr geben", stellen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Mittwoch klar. Im Rahmen einer Pressekonferenz um 9.30 Uhr erklärten sie, wie der Schulbetrieb im Herbst ausschauen soll.

KISS

Dabei bediente man sich offenbar Merksätzen aus dem Unterricht: "Keep it short and simple" lautet das Motto. Die eingangs stattfindende "Sicherheitsphase" war bereits bekannt. In den ersten drei Wochen nach dem Schulstart (Im Osten von 6. bis 24. September, in den übrigen sechs Bundesländern von 13. September bis 1. Oktober) gibt es einen "soft start".

Heißt konkret: In der Sicherheitsphase müssen alle Personen außerhalb der Klasse Mund-Nasen-Schutz tragen. Schüler müssen sich pro Woche drei Mal testen lassen, davon mindestens ein Mal per PCR. Nicht geimpfte Lehrer müssen sich ebenfalls drei Mal testen lassen und mindestens einen PCR-Test von außen bringen.

Der Drei-Stufenplan

Im Osten ab 24. September, im Rest Österreichs ab 1. Oktober, kommt der Drei-Stufenplan zur Anwendung. Dabei gibt es in jedem Bundesland drei Sicherheitsstufen, die sich an den Schwellenwerten der Corona-Kommission (Corona-Ampel) orientieren. Entscheidend wird dann die risikoadjustierte 7-Tage-Inzidenz sein.

Neben den reinen Infektionszahlen wird auch die Anzahl der Tests, die Aufklärungsrate, die Symptomatik und die Dynamik des Infektionsgeschehens berücksichtigt. Die AGES liefert darüber hinaus zusätzliche Informationen zu Schulclustern auf Bezirksebene. Auf dieser Basis kann das Bildungsressort auf Schul- oder Bezirksebene weitere Maßnahmen erlassen.

Einige Bundesländer werden im Herbst wohl schon in der zweiten oder gar in der dritten Stufe an den Start gehen. Die aktuellen Zahlen der Corona-Kommission sind: Burgenland: 49, Kärnten: 47, Niederösterreich: 56, Oberösterreich: 72, Salzburg: 105, Steiermark: 65, Tirol: 103, Vorarlberg: 99, Wien: 90. Die Tendenz ist überall steigend.

1Stufe 1: Geringes Risiko (unter 100)

Ist die risikoadjustierte 7-Tage-Inzidenz unter 100, ist das Testen vollkommen freiwillig. Gehen in einer Region die Zahlen aber durch die Decke, kann dort eine vorübergehende Testpflicht angeordnet werden. Maskenpflicht gibt es nicht. Die einzigen Maßnahmen betreffen nicht geimpfte Lehr- und Verwaltungskräfte: Sie müssen stets ein gültiges Testergebnis vorweisen können. Antigentests wird es in der Schule geben, doch pro Woche muss ein PCR-Test von außen erbracht werden.

2Stufe 2: Mittleres Risiko (100 bis 200)

Übersteigt die Inzidenz 100, müssen alle außerhalb der Klassenräume (also am Gang, der Cafeteria oder bei den Spinden) einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nicht geimpfte Schüler müssen drei Mal in der Woche testen, einer davon muss ein PCR-Test sein. Für Lehrer bleiben die Maßnahmen gleich, weil sie bereits in Stufe 1 schärferen Regeln unterworfen sind als die Schüler.

3Stufe 3: Hohes Risiko (über 200)

Bei einer Inzidenz von über 200 bleiben die Testregeln gleich, doch die Maskenpflicht wird weiter verschärft. Bis zur 8. Schulstufe muss nur außerhalb der Klassenräume Mund-Nasen-Schutz getragen werden, ab der 9. Schulstufe auch im Unterricht. Gleiches gilt für die Lehrer.

Events, Sport und Musik

Schulveranstaltungen können in der ersten Stufe regulär stattfinden, in der zweiten Stufe braucht es bereits eine Risikoanalyse und Hygienevorschriften. In der dritten Stufe kann es keine Events mehr geben, auch Konferenzen und Elternsprechtage dürfen nur mehr digital stattfinden.

Bei Gesangseinlagen im Schulfach Musik und beim Turnen ist in Stufe 1 lediglich auf gutes Lüften zu achten. Auf Stufe 2 ist man angewiesen (explizit erwähnt wird hier das Musizieren mit Blasinstrumenten) an die frische Luft auszuweichen. Ist das nicht möglich, muss im Schulgebäude ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. Im Sport gilt bei mittlerem Risiko ein Mindestabstand von einem Meter.

Bei Stufe 3 gibt es wieder einige Sonderregeln für Blasinstrumente, das Musizieren mit ihnen ist nur mehr im Freien möglich. Ansonsten gilt dasselbe wie in Stufe 2.

Luftreiniger und Frühwarnsystem

Für den sicheren Schulbetrieb gibt es darüber hinaus vier weitere Maßnahmen, die das Testen, Impfen, Luftreiniger und ein Frühwarnsystem umfassen. Mehr dazu hier >>

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