Marcel Koller wollte "aus dem Nähkästchen plaudern", verraten, "wie es in der Kabine zugeht". Doch nach 13 Tagen ist Schluss. Der ehemalige ÖFB-Teamchef wird im ORF nicht mehr als WM-Experte auftreten.
Für viele Zuschauer kam die Nachricht überraschend. Nach dem 2:1-Sieg der Argentinier gegen Nigeria verabschiedete sich der Analytiker – noch während der Vorrunde.
"Es war sehr interessant. Das Schönste an diesem Job ist, dass man keine Verantwortung tragen muss. Man kann über alles sprechen, aber es wird einem nicht um die Ohren gehauen", sagte der Schweizer und trat seinen Urlaub an.
"Mehr lässt Zeitbudget nicht zu"
Doch warum blieb Koller nicht bis zum WM-Finale? War er dem Sender zu langweilig? Im Netz wurde zuletzt Kritik an der emotionslosen Herangehensweise des Fachmanns laut.
"Heute" fragte bei ORF-Sportchef Hans Peter Trost nach. Seine Antwort: "Marcel Koller hat dem ORF exakt für diesen Zeitraum seine Expertise zugesichert, mehr lässt sein Zeitbudget leider nicht zu."
Nachbesetzt wird Koller nicht. "Herbert Prohaska, Roman Mählich und Thomas Janeschitz werden den Rest der WM bestreiten", sagt Trost. Auch Schiri-Experte Thomas Steiner ist weiter an Bord und nahezu rund um die Uhr im Einsatz.
Zog Koller Ausstiegsklausel?
Ein neuer Trainer-Job soll jedenfalls nicht hinter dem knappen Zeitbudget von Koller stecken. Der Schweizer hatte vor der WM bestätigt, bei einem Angebot aus seinem ORF-Vertrag aussteigen zu können.