Das steckt wirklich hinter den US-Einreise-Lockerungen

Biden hat die Einreiseregeln in die USA gelockert. Mit Corona hat dies aber möglicherweise gar nicht viel zu tun. 
Biden hat die Einreiseregeln in die USA gelockert. Mit Corona hat dies aber möglicherweise gar nicht viel zu tun. ANGELA WEISS / AFP / picturedesk.com
Europäer können bald von Einreise-Lockerungen der USA profitieren. Mit Corona hat die Lockerung aber möglicherweise gar nicht viel zu tun.

Die USA wollen ab Anfang November vollständig gegen das Coronavirus geimpften Ausländern wieder die Einreise erlauben. Die Lockerungen sollen für den gesamten Schengenraum gelten.

Warum setzt Präsident Joe Biden gerade jetzt die Verordnung 9993 außer Kraft? Biden steht für eine rigide Corona-Politik. Der Demokrat wird von Wählenden unterstützt, die strenge Maßnahmen befürworten.

 Die Wissenschaft soll bei den Lockerungen Bidens keine grosse Rolle gespielt haben, schreibt die Zeitung "Welt".

Denn dann hätte der Entscheid auch viel früher kommen können: Eine Untersuchung der Washingtoner Denkfabrik Cato ist kürzlich zum Schluss gekommen, dass die Länder, welche die USA mit einem Einreisestopp belegte, Corona besser im Griff hatten als jene, die von dem Verbot ausgenommen waren. Und in beiden Gruppen lag die Inzidenz insgesamt zudem tiefer als in den USA.

US-Regierung will Wogen glätten

Auschlaggebend für diese Entscheidung war laut der Zeitung nicht die Corona-Inzidenz – sie soll politisch gewesen sein. Konkret soll es um den geplatzten U-Boot-Deal mit Frankreich gegangen sein.

Vergangene Woche hatte Australien ein Bündnis mit den USA und Großbritannien geschlossen und den Bau von Atom-U-Booten vereinbart. Dafür wurde ein Vertrag aus dem Jahr 2016 mit Frankreich aufgekündigt. Die US-Regierung bemüht sich angesichts des schweren diplomatischen Streits mit Frankreich um eine Beschwichtigung der Partner in Paris. 

Biden könnte nun versuchen, die Wogen in Europa mit den Einreiseregeln zu glätten.

Diplomatische Überlegungen

Laut einem Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten diplomatische Überlegungen eine Rolle gespielt beim Entscheid, wie er bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte. US-Außenminister Antony Blinken habe am Freitag mit dem französischen Botschafter über den Einreisestopp gesprochen.

Das Sammelsurium von Einreisebeschränkungen – die so genannte Verordnung 9993 – für ausländische Staatsbürger wurde noch unter Ex-Präsident Donald Trump eingeführt. Betroffen von der Einreisesperre in die USA waren alle, die sich in den vergangenen 14 Tagen vor dem gewünschten Einreisedatum in der EU, dem Vereinigten Königreich, China, Indien, dem Iran, Brasilien und Südafrika aufgehalten hatten. Der Einreisestopp hat zahlreiche Familien schon seit bisher 18 Monaten entzweit. 

 Die Einreise-Lockerungen sollen Anfang November in Kraft treten, damit Airlines und Reiseanbieter Zeit für deren Umsetzung hätten.

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