Auf den großen Bühnen füllt Andreas Gabalier ganze Stadien. In den deutschen Albumcharts läuft es für den Österreicher diesmal allerdings deutlich weniger spektakulär.
Am 28. August veröffentlichte der Volks-Rock'n'Roller sein neues Album "Handwerk – 10 Jahre Unplugged".
Eine Woche später steht nun fest, wie das Werk beim deutschen Publikum angekommen ist.
Gabalier steigt auf Platz 16 der offiziellen deutschen Albumcharts ein.
Für viele Musiker wäre das ein durchaus beachtlicher Erfolg. Gemessen an Gabaliers bisherigen Chart-Ergebnissen ist es allerdings ein deutlicher Dämpfer.
Schließlich ist der Steirer ganz andere Platzierungen gewohnt.
Sein Album "Vergiss mein nicht" schoss 2018 in Deutschland direkt auf Platz eins. Auch sein Best-of zum zehnjährigen Jubiläum erreichte 2019 die Spitze.
"Mountain Man" landete auf Rang zwei, genauso wie das ursprüngliche "MTV Unplugged"-Album aus dem Jahr 2016. Auch "Ein neuer Anfang" schaffte 2022 Platz zwei.
Mit "Handwerk – 10 Jahre Unplugged" reicht es nun nur für Rang 16.
Damit liegt zwischen seinem neuen Album und der deutschen Chartspitze eine für Gabalier ungewöhnlich große Lücke.
An mangelndem Aufwand dürfte es nicht gelegen haben.
Mit "Handwerk" erinnert Gabalier an das zehnjährige Jubiläum seines erfolgreichen Unplugged-Projekts. Insgesamt befinden sich zwölf Titel auf dem Album.
Dafür holte sich der Österreicher auch prominente Unterstützung.
Mit ESC-Legende Johnny Logan singt er "Whiskey and Wine". Für "Una canzone per te" stand Pietro Basile mit ihm am Mikrofon.
Neben neuen Songs finden sich auch bekannte Gabalier-Titel in neuen Arrangements auf dem Album.
Ganz abschreiben muss Gabalier sein neues Werk allerdings nicht.
In genrebezogenen Schlager-Auswertungen schafft "Handwerk" deutlich bessere Ergebnisse. Entscheidend für den Vergleich mit seinen früheren großen Erfolgen sind allerdings die offiziellen deutschen Albumcharts – und dort steht diesmal Platz 16.
Ausgerechnet rund um die Veröffentlichung geriet Gabalier zudem beim Glücksgefühle-Festival unfreiwillig in die Schlagzeilen.
Rapperin Nura griff den Österreicher während ihres Auftritts frontal an. Erst fragte sie das Publikum, warum Gabalier beim Festival auftreten dürfe, während Alphaville zunächst ausgeladen worden waren. In einem von ihr selbst veröffentlichten Video fiel zudem die drastische Ansage: "Fick Andreas Gabalier."
Mit der Chartplatzierung hat dieser Streit freilich nichts zu tun – das Timing dürfte dem Volks-Rock'n'Roller trotzdem wenig gefallen.
Gabalier blickt ohnehin bereits auf das nächste Großprojekt.
Am 14. Oktober startet seine neue Unplugged-Tour. Bis Ende November sind insgesamt 21 Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz geplant.
Auf der Bühne dürfte sich dann zeigen, ob "Handwerk" bei seinen Fans besser funktioniert, als Platz 16 in Deutschland zunächst vermuten lässt.
Denn eines bleibt trotz des ungewöhnlich schwachen Einstiegs klar: Wenn Andreas Gabalier in den vergangenen Jahren eines bewiesen hat, dann, dass seine größten Erfolge häufig nicht nur an einer einzigen Chartwoche hängen.