Seit Monaten raubt eine Baustelle bei der U3-Station Enkplatz in Simmering zahlreichen Anrainern den Schlaf. Im Zuge der Erneuerung der Gleise der Straßenbahnlinie 71 sorgen nächtliche Bauarbeiten laut Betroffenen regelmäßig für massiven Lärm – und das länger als kommuniziert, denn laut Informationen der Anrainer hätten die angekündigten Bauarbeiten mit 5. Juli bereits abgeschlossen sein sollen.
Nach Angaben der Anrainer, die rund um den U-Bahn-Ausgang in der Gottschalkgasse wohnen, wird vor allem in den Nachtstunden gearbeitet. Dabei kommen Bagger mit Hydraulikhämmern, Motorsägen, Notstromaggregate und weitere schwere Baumaschinen zum Einsatz. Die lärmintensiven Arbeiten dauern oft bis in die frühen Morgenstunden und würden viele Bewohner seit Wochen oder sogar Monaten um den Schlaf bringen. Tagsüber seien hingegen kaum sichtbare Bauarbeiten zu beobachten.
Die Betroffenen betonen, dass sie die Sanierung der Infrastruktur grundsätzlich unterstützen. Kritik gibt es jedoch an der Durchführung der Arbeiten. So würden Informationen über die Verlängerung der Baustelle, den Baufortschritt oder einen neuen Fertigstellungstermin fehlen.
Zu den Forderungen der Anrainer zählen verbindlicher Zeitplan für die Fertigstellung, die konsequente Einhaltung der Lärmschutzauflagen sowie Maßnahmen zur Verringerung des Baulärms.
Der Simmeringer FPÖ-Bezirksrat Wolfgang Kieslich stellt sich hinter die Beschwerden der Anrainer: "Die Menschen in Simmering haben ein Recht auf Schlaf. Viele von ihnen stehen täglich früh auf, gehen ihrer Arbeit nach und können nicht über Wochen oder gar Monate hinweg nahezu jede Nacht durch Baulärm um ihren Schlaf gebracht werden. Dieser Zustand ist für die Betroffenen nicht länger zumutbar und muss umgehend beendet werden. Die Verantwortlichen sind gefordert, endlich für transparente Kommunikation, wirksamen Lärmschutz und eine rasche Fertigstellung der Baustelle zu sorgen. So kann und darf es nicht weitergehen."
Tatsächlich erneuern die Wiener Linien bereits seit März die Gleise und Weichen in der Simmeringer Hauptstraße. "Um den Straßenbahnbetrieb während der Bauarbeiten weitgehend aufrecht zu erhalten, wird ein Teil der Arbeiten nachts ab 22.30 Uhr durchgeführt", erklären die Wiener Linien.
Die erste Bauphase auf Höhe der Gottschalkgasse wurde Anfang Juli abgeschlossen, es mussten lediglich nachträglich vereinzelte Platten getauscht werden, erklären die Wiener Linien die Verzögerung. Derzeit läuft die zweite Bauphase, die bis Anfang September dauert. Anschließend folgen weitere Arbeiten in einem dritten Abschnitt bis Ende Oktober.
"Wir verstehen, dass Baustellen und nächtliche Arbeiten für Anrainer mit temporären Einschränkungen verbunden sind. Wir bemühen uns, die Auswirkungen jeder Baustelle so gering wie möglich zu halten. Leider lassen sich diese nicht zur Gänze vermeiden. Doch Baustellen sorgen dafür, dass unsere Fahrgäste auch in Zukunft von einem verlässlichen und dichten Öffi-Netz profitieren können", so die Wiener Linien.