"Beschissene Frage"

"Deine Mutter!" – Trump-Sprecherin rastet per SMS aus

Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump ist für ihre Feindseligkeit gegenüber Journalisten bekannt. Ihr jüngster Ausritt macht dennoch sprachlos.
Nick Wolfinger
21.10.2025, 17:42
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Unter Kindern und (unreifen) Jugendlichen ist es die Standardantwort auf alle Fragen, die man nicht beantworten will – und mit der man sein Gegenüber auf die Palme bringen will. Von der Pressesprecherin des mächtigsten Mannes der Welt sollte man jedoch mehr Respekt erwarten dürfen.

Jüngste Sprecherin der Geschichte

Wer das denkt, hat die Rechnung jedoch ohne Karoline Leavitt, der Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump (79) gemacht. Mit ihren erst 28 Jahren ist sie die jüngste Pressesprecherin in der Geschichte des Weißen Hauses. Die studierte Politik- und Kommunikationswissenschafterin gilt als unglaublich selbstbewusst und eloquent und ist ein Aushängeschild der Republikaner für die "Generation Z", also den Jahrgängen von etwa 1995 bis 2010.

Fans der charismatischen Jung-Mama (sie brachte 2024 einen Sohn zur Welt), die mit dem 32 Jahre älteren Immobilienentwickler Nicholas Riccio verheiratet ist, schätzen ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre sattelfesten Sachkenntnisse, die sie ihrem guten Draht zum US-Präsidenten verdankt, mit dem sie sich vor jeder Pressekonferenz gründlich vorbereitet.

Angriffe auf Reporter an der Tagesordnung

Kritiker werfen ihr jedoch Arroganz und eine Feindseligkeit gegenüber allen Journalisten vor, die nicht auf Trumps politischer Linie sind. "Das ist eine dumme Frage", kanzelte sie etwa am 11. Jänner die Frage eines Reporters ab, der wissen wollte, ob Trump Demonstrationen bei seiner Militärparade dulden würde.

Eine ähnliche Erfahrung machte letzte Woche auch ein Reporter der "Huffington Post", S.V. Dáte, als er Leavitt in einer Textnachricht gefragt hatte, wer entschieden habe, dass das geplante Treffen Trumps mit Russlands Präsident Putin in Budapest stattfinden solle.

Kritiker werfen der selbstbewussten Pressesprecherin Arroganz vor.
REUTERS

"Sie sind ein linksradikaler Schreiberling"

Leavitts Antwort lautete kurz und prägnant: "Your mom did" – also: "Deine Mutter!".

Screenshot aus dem Chatverlauf des "Huffington Post"-Reporters S.V. Dáte mit Karoline Leavitt
X/PressSec

Der derart abgekanzelte Journalist fragte daraufhin zurück: "Finden Sie das lustig?", woraufhin Leavitt ausführlich reagierte: Ja, sie finde es lustig, dass er sich "tatsächlich als Journalist wahrnimmt". Und weiter: "Sie sind ein linksradikaler Schreiberling, den niemand ernst nimmt, nicht mal deine Medienkollegen. Sie sagen es Ihnen nur nicht ins Gesicht. Hör auf mir deine verlogenen, voreingenommenen, beschissenen Fragen ("bullshit questions", Anm.) zu schreiben".

Leavitt brachte Stein selbst ins Rollen

Doch damit war die Konversation immer noch nicht beendet. Dáte schrieb daraufhin zurück: "Fühlen sie sich jetzt besser? Könnten Sie dann jetzt bitte die Frage beantworten? Bitte und danke schön." Eine Antwort erhielt er freilich auch dann nicht.

Bekannt wurde das ganze am Dienstag, nachdem Karoline Leavitt einen Screenshot des Chatverlaufs postete. Dem war eine Meldung über den Vorfall in der "Huffington Post" vorausgegangen. Leavitt rechtfertigte ihre Antwort auf X damit, dass S.V. Dáte "Präsident Trump seit Jahren konsequent angreift und mein Telefon ständig mit demokratischen Argumenten bombardiert."

"Huffington Post" bleibt sachlich

Die "Huffington Post" kritisiert das Verhalten der Pressesprecherin heftig und stellte klar: "Wir werden Trumps Sprechern weiterhin Fragen stellen – insbesondere die, die sie nicht beantworten wollen. Schulhof-Spötteleien werden uns nicht abschrecken."

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 21.10.2025, 17:57, 21.10.2025, 17:42
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