Die Corona-Situation scheint sich vielerorts wieder bis zu einem gewissen Grad entspannt zu haben. Zu dieser Lage hat unter anderem der Impffortschritt geführt. Doch die nun grassierende, viel ansteckendere Variante des Coronavirus – die sogenannte Delta-Variante – bereitet zunehmend Sorgen. Experten rechnen sogar mit einer neuen Welle im Herbst.
Empfohlen wird daher all jenen, die sich noch nicht haben impfen lassen, dies schnellstmöglich zu tun.
Wie sehr die einzelnen Impfstoffe dabei vor einer Infektion mit der Virusvariante Delta schützen, wird derzeit immer genauer erforscht. Die meisten Vakzine bieten aktuellen Daten zufolge aber auch vor der Mutation Schutz.
Mehr dazu in: Diese Impfungen schützen vor der Delta-Variante >>
Unabhängig von der Delta-Variante liefert der Impfstoff von Johnson & Johnson in allen Altersgruppen eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent gegen Corona. Laut Studien soll die Einmal-Impfung einen schweren Verlauf sogar um 100 Prozent reduzieren.
Um die Frage zu beantworten, wie hoch die Schutzwirkung von Johnson & Johnson speziell gegen die Delta-Mutante ist, liegen bislang allerdings noch nicht genug Daten vor. Das Pharmaunternehmen gab vor kurzem zwar bekannt, dass J&J auch eine "starke und langanhaltende Antikörper-Aktivität gegen die sich schnell verbreitende Delta-Variante" hervorrufe, eine Prozentzahl wurde in der Pressemitteilung hingegen nicht genannt.
Beim J&J-Vakzin ist den vorhandenen Daten zufolge die Schutzwirkung also vergleichsweise geringer, als bei anderen zugelassenen Impfstoffen. Die Schutzwirkung von den Impfstoffen Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca liegt nämlich deutlich höher – zwischen 80 und 95 Prozent.
Angesichts dieser Tatsache zeigen sich Mediziner nun besorgt. Die geringere Schutzwirkung von J&J erschwere nämlich den Weg zu Erreichung der Herdenimmunität. Im Wettrennen Impfung gegen Ausbreitung der Delta-Variante könnte die Herdenimmunität nämlich eine entscheidende Rolle spielen.
Um daher auch nach einer Johnson-Impfung entsprechend Schutz vor der Delta-Mutante zu gewährleisten, raten in Deutschland nun immer mehr Experten dazu, die Wirkung der Johnson & Johnson-Impfung mit einer zweiten mRNA-Booster-Impfung zu verbessern. Dies berichtet unter anderem die "Berliner Morgenpost". Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte einen Beitrag dazu:
In einem Interview mit dem Nachrichtenportal T-Online erklärte etwa auch der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen, Dr. Ulf Dittmer: "Bezüglich der Impfstoffe bleiben die mRNA-Vakzine die Messlatte." Beim Johnson & Johnson-Impfstoff sei zwar "nur eine Impfung nötig, aber die Schutzwirkung vor einer Infektion ist dementsprechend vermindert".