Mädchen tötet Sex-Täter: Promis fordern Freilassung

Die damals 16-Jährige wurde schwer missbraucht. Sie erschoss ihren Freier und erhielt Lebenslang. Zahlreiche Promis kämpfen nun für sie. #FreeCyntoiaBrown

Kim Kardashian, Rihanna und Cara Delevingne sind nur einige der Prominenten, die zurzeit Gerechtigkeit für die 29-jährige Cyntoia Brown fordern. Die Frau sitzt im Frauengefängnis von Tennessee, seit sie im Jahr 2004 wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Brown hatte im Alter von 16 Jahren einen Mann umgebracht, der sie sexuell missbraucht hatte.

Ihr Leben ist nie einfach gewesen, wie die Zeitschrift "Newsweek" berichtet. Als Kind lebte sie in einem Umfeld von psychischer und körperlicher Gewalt, als Teenager floh sie von zu Hause und landete bei einem 24-jährigen Zuhälter, der sich selbst "Cut-throat" nannte (übersetzt etwa "Halsabschneider"). "Cut Throat" hielt Brown als Sexsklavin und zwang sie zur Prostitution.

Sie erschoss ihren Freier

Als das Mädchen auf dem Strich arbeitete, wurde sie von dem 43-jährigen Immobilienmakler Johnny Allen aufgegriffen. Vor Gericht gestand Brown später, sie habe in dem Moment über ihr Alter gelogen. Allen kaufte Brown etwas zu essen, nahm sie zu sich nach Hause und bezahlte im Vorhinein für die Dienste.

In dem Moment sei sie in Panik geraten, sagte die Angeklagte ebenfalls vor Gericht aus. Sie sei überzeugt gewesen, Allen wolle sie verletzen oder sogar umbringen. Der Freier soll zu Beginn versucht haben, sie zu ersticken. Als Allen nach dem Sex unter das Bett langte, habe Brown gedacht, er greife nach einer Waffe. Daraufhin holte sie laut "New York Times" eine Pistole aus ihrer Handtasche und tötete den Mann mit mehreren Schüssen in den Kopf. Danach verließ sie sein Haus und nahm seine Brieftasche mit.

Sie hatte nie eine Chance

Obwohl Cyntoia Brown während des Prozesses noch minderjährig war, wurde sie als Erwachsene verurteilt. Erst mit 67 Jahren, dass heißt nach 51 Jahren hinter Gittern, wird sie ein Anrecht auf Bewährung haben, berichtet der Sender Fox News Nashville.

#FreeCyntoiaBrown

Ihr Fall sorgte bereits 2011 für Aufmerksamkeit, als der Filmemacher Daniel Birman den Dokumentarfilm "Me Facing Life: Cyntonia's Story" drehte. Darin stellt Birman Brown als Opfer dar. "Sie hatte nie eine Chance. Ihre Mutter und ihre Großmutter wurden vergewaltigt. Gewalt gegen Frauen war Teil ihres Alltags." Ihr Freier hingegen hätte als erwachsener Mann die Möglichkeit gehabt, die junge Frau aus dem Sumpf der Prostitution zu retten.

"Sie hat jemanden getötet, das ist wahr. Aber sie bereut es sehr. Und sie war zu jenem Zeitpunkt ein Kind, das sexuell missbraucht wurde", erklärt Derri Smith, Gründerin der Organisation End Slavery in Tennessee, in der Doku.

Dieser Tage sammelt die Aktivistengruppierung MoveOn erneut Unterschriften, um die Begnadigung durch den US-Präsidenten von Cyntoia Brown zu fordern. Bislang haben knapp 270'000 Personen unterschrieben.

(kle)

(mp)

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