Der Streit von Rapid und den Liga-"Zwergen" erklärt

In der Bundesliga-Hauptversammlung wurde um das Geld des TV-Deals gestritten. Was man über die Abstimmung weiß und was dahinter steckt.
Ein Antrag. Ein Streit um Fördergelder, den Ö-Topf, Aufteilung der TV-Einnahmen. Eine außerordentliche Klub-Konferenz, eine nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Aber um was geht es jetzt eigentlich wirklich?

Keine Angst! In diesem Bericht bringen wir die sportpolitischen Meldungen der vergangenen Tage auf den Punkt.



CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wie so oft im Leben um das liebe Geld. Kurz gesagt: Die kleinen Klubs wollen mehr vom Kuchen, die "Großen" auf ihre Einnahmen nicht verzichten.

Die Admira, der LASK und der WAC brachten einen Antrag ein, der am Freitag in einer Bundesliga-Konferenz behandelt wurde. Acht von zwölf Klubs hätten zustimmen müssen. Nur sieben haben "ja" gesagt. Also: Vorerst bleibt alles beim Alten. Viel Lärm um nichts.



Es geht um die Aufteilung der TV-Gelder von "Sky". Pro Jahr lukriert die Liga 32,75 Millionen Euro (brutto). Das wird an die Klubs ausgeschüttet. Der Verteilungsschlüssel ist in vier Rubriken unterteilt.

1Standard-Paket: 30 Prozent



Die Liga nennt es Sockelbetrag. Suchen Sie sich ein Wort aus. Es ist die einfachste und fairste Rubrik. 30 Prozent der 30,75 Millionen Euro werden jährlich zu gleichen Teilen an alle zwölf Klubs ausgeschüttet. Schnell überschlagen macht das gute 750.000 Euro pro Nase.

2Leistungs-Paket: 30 Prozent



Weil es in der Liga schließlich nicht nur um die vielzitierte "Goldene Ananas" geht, werden 30 Prozent der TV-Einnahmen abhängig von der Punkteausbeute ausbezahlt. Klingt einleuchtend – schließlich sollte es einen Anreiz für gute Leistungen geben.

3Zuschauer-Paket: 20 Prozent



Jetzt wird es heikel. Denn dieser Punkt bevorzugt freilich die Zuschauer-Magneten der Liga. Rapid und Sturm haben deutlich mehr Zuschauer und kassieren aus diesem Topf folglich auch mehr Geld als beispielsweise Aufsteiger Hartberg oder die Admira. Es ist eine von zwei Rubriken, die Streit-Potenzial in sich bergen.

4Österreicher-Paket: 20 Prozent



... oder auch Ö-Topf genannt. Er belohnt den Einsatz von österreichischen Spielern, soll damit heimische Talente und in weiterer Folge die Nationalteams des ÖFB fördern.

Schräg: Ausgerechnet die Admira stößt sich jetzt an diesem Konzept, über das der Klub in den vergangenen Jahren am meisten profitierte. Mit der Verpflichtung weiterer Legionäre hat sich das Blatt in der Südstadt gewendet. Der Verein hätte dieses Paket gerne aus dem TV-Deal gestrichen oder zumindest durch ein abgewandeltes Modell ersetzt, das explizit nur mehr junge Österreicher fördert.



Ebenfalls etwas skurril: Der Streit entbrennt nur wenige Monate, nachdem sich die Liga und ihre Vertreter auf den aktuell gültigen TV-Deal und die Verteilung der Einnahmen geeinigt haben.

Jetzt stellt sich mit sieben Klubs die Mehrheit gegen diesen Beschluss. Eine einfache Mehrheit genügt aber laut Bundesliga-Statuten, wie oben bereits erwähnt, nicht. Für eine Zwei-Drittel-Mehrheit hätte ein achter Klub für den Antrag stimmen müssen.



Die Abstimmung war im Grunde anonym. Durch die klare öffentliche Positionierung einiger Vereine lässt sich die Liga aber in zwei Lager teilen, bei der nur mehr wenige Fragezeichen über bleiben.

Für den Antrag waren die Admira, der LASK und der WAC. Weiters durchgesickert: Altach.

Als sichere Gegner gelten Rapid und Sturm, für die eine Änderung hohe Verluste bedeutet hätte. Hartberg-Chefin Brigitte Annerl positionierte sich offen gegen den Antrag, obwohl der Aufsteiger finanziell profitiert hätte. Ihr Gedanke: eine gemeinsame Linie aller Klubs.

Unklar: Mattersburg, Innsbruck, St. Pölten, Red Bull Salzburg und die Austria. Die Bullen und Veilchen wären logische Gegenstimmen, weil sie die derzeitige Regelung bevorzugt.

(S. Klein)

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