Trauer um Film-Legende

"Der Pate"-Star Robert Duvall (95) ist tot

Einer der größten Stars Hollywoods ist nicht mehr: Robert Duvall starb "friedlich zu Hause" im Alter von 95 Jahren, wie seine Ehefrau bekannt gab.
Newsdesk Heute
16.02.2026, 19:12
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Hollywood trauert um einen der prägendsten Charakterdarsteller des US-Kinos: Robert Duvall ist gestorben. Mit ihm verliert die Filmwelt einen Schauspieler, der über Jahrzehnte hinweg Generationen von Kinofans begleitete – mit leisen Tönen ebenso wie mit eindringlicher Wucht.

Duvall wurde 95 Jahre alt, verstarb am Samstag, wie seine Frau Luciana auf Facebook schrieb: "Wir haben Abschied genommen von meinem geliebten Ehemann, geschätzten Freund und einem der größten Schauspieler unserer Zeit. Bob ist friedlich zu Hause verstorben, umgeben von Liebe und Geborgenheit."

Vom Theaterschauspieler zur Filmikone

Geboren am 5. Jänner 1931 in San Diego, begann Duvall seine Karriere nicht auf der großen Leinwand, sondern auf der Theaterbühne in New York. Dort zählte er – gemeinsam mit jungen Talenten wie Al Pacino und Dustin Hoffman – zur Generation ambitionierter Schauspielschüler am renommierten Actors Studio. Schon früh fiel er durch seine ruhige, intensive Spielweise auf, die später zu seinem Markenzeichen werden sollte.

Sein Filmdebüt gab Duvall Anfang der 1960er-Jahre – ausgerechnet als unheimlicher Außenseiter Boo Radley in der Literaturverfilmung von To Kill a Mockingbird. Es war ein kleiner, aber eindrucksvoller Auftritt, der zeigte, welches Potenzial in dem jungen Darsteller steckte.

Der stille Pate und der Geruch von Napalm

Weltweite Bekanntheit erlangte Duvall in den 1970er-Jahren. In The Godfather verkörperte er den kühlen, loyalen Consigliere Tom Hagen an der Seite von Marlon Brando und Al Pacino. Seine zurückhaltende, kontrollierte Darstellung brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein und machte ihn einem Millionenpublikum bekannt. Auch in der Fortsetzung, The Godfather Part II, war er erneut Teil des gefeierten Ensembles.

Unvergessen bleibt auch sein Auftritt als exzentrischer Lieutenant Colonel Kilgore in Apocalypse Now von Francis Ford Coppola. Mit dem berühmten Satz über den "Geruch von Napalm am Morgen" schrieb sich Duvall endgültig in die Filmgeschichte ein. Die Mischung aus Charisma, Wahnsinn und militärischer Selbstgewissheit machte diese Rolle zu einer der ikonischsten Nebenfiguren des modernen Kinos.

Al Pacino, Gianni Russo und Robert Duvall beim 25. Jubiläum des Films "Der Pate".
REUTERS

Oscar-Gewinner und Charakterkopf

Den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt Duvall schließlich 1984 für seine Rolle in Tender Mercies. Darin spielte er einen abgehalfterten Country-Sänger, der um einen Neuanfang ringt – eine stille, feinfühlige Performance, die seine enorme Bandbreite unter Beweis stellte.

Es folgten zahlreiche weitere Rollen in Filmen wie The Great Santini, The Apostle – bei dem er auch Regie führte – oder The Judge. Immer wieder zeigte Duvall, dass er keine lauten Gesten brauchte, um Präsenz zu entfalten. Seine Figuren waren oft widersprüchlich, kantig, aber stets menschlich.

Ein Leben für das Schauspiel

Abseits des Rampenlichts galt Duvall als zurückhaltend und bodenständig. Er mied Skandale, konzentrierte sich auf seine Arbeit und engagierte sich für unabhängige Filmprojekte. Auch im hohen Alter stand er noch vor der Kamera und bewies eine Disziplin, die Kollegen wie Kritiker gleichermaßen respektierten.

Mit Robert Duvall verliert Hollywood keinen typischen Star, sondern einen Schauspieler alter Schule – einen Darsteller, der sich in den Dienst seiner Rollen stellte und ihnen Tiefe verlieh. Seine Filme bleiben. Seine Figuren auch. Und mit ihnen das Vermächtnis eines Mannes, der das amerikanische Kino über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg entscheidend mitgeprägt hat.

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