Bitter! Der Traum von Silber war für Lena Dürr im zweiten Slalom-Lauf bereits nach einer Fahrsekunde beendet. Die deutsche Athletin war als vorletzte Läuferin im Starthaus, stürzte sich hinaus, fädelte aber schon beim ersten Tor ein. Ein Anblick, den man so fast nie zu sehen bekommt – ihr versagten die Nerven.
Etwa 0,30 Sekunden betrug ihr Vorsprung – beim zügig gesetzten Kurs hätte die starke Technik-Fahrerin wohl keine Probleme gehabt, diesen Vorsprung auch ins Ziel zu bringen. So weit sollte es allerdings gar nicht kommen. Die Kampflinie im Hinterkopf, wollte sie das erste Tor attackieren, setzte sie den ersten Schwung zu direkt an und schied tragisch aus.
Sofort realisierte Dürr ihr Aus nicht, sie fuhr noch das zweite Tor. Dann wusste jedoch auch sie: Der Traum von Silber ist ausgeträumt, das Rennen vorbei. "Und wenn sie jetzt die Ski auszieht und irgendwo in den Wald geht, verstehe ich das auch", meinte ORF-Expertin Marlies Raich mitleidsvoll.
Damit spielte die ehemalige Weltmeisterin auf Atle Lie McGrath an. Der Norweger schied am Montag als Führender im Slalom im zweiten Durchgang auf dem Weg zu Gold aus. Die Bilder gingen um die Welt. Der Technik-Spezialist entledigte sich seiner Stöcke, schnallte die Ski ab und ergriff noch auf der Piste die Flucht. Bitterer Hintergrund: Sein Opa starb am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Für ihn wollte er Gold holen.