Weltmeister Littler, der Österreichs Darts-Aushängeschild Mensur Suljovic besiegt hatte, schlug im "Weltmeister-Duell" im Achtelfinale Ex-Champion Rob Cross – eine Partie, die für viel Diskussionen sorgte. Denn im legendären Ally Pally im Norden Londons hatten tausende Fans Littler-Gegner Cross angefeuert. Das schmeckte dem Darts-Wunderkind so gar nicht.
Der 18-Jährige legte sich mit einzelnen Zuschauern an. "Es war das erste Mal bei der WM, dass die Fans mich nicht siegen sehen wollten", so Littler, Nummer eins im Darts-Sport und eigentlich Liebling der Fanmassen. Als noch 16-jähriges Wunderkind waren die Fans ganz auf der Seite Littlers gewesen. Nun, als 18-Jähriger, ist der Darts-Star auf dem besten Wege, seinen WM-Titel zu verteidigen. Das gefällt nicht mehr allen. Der "Guardian" schrieb nun sogar, dass Littlers "Wandlung zum Bösewicht vollzogen" sei.
Die Darts-WM geht rund um den Jahreswechsel in die heiße Phase. Und genau dies würde "Darts-Touristen" anziehen, heißt es in dem Bericht weiter. Nicht mehr Kenner der Sportart hätten sich unter die rund 3.300 Fans im Ally Pally gemischt, sondern Feierwütige, die lediglich das Spektakel suchen würden – "zahlreiche aus Deutschland, wo Littler in der Vergangenheit bereits mehrfach Probleme mit dem Publikum hatte. Er mag sie nicht, und sie mögen ihn nicht", lautet das Urteil in dem Bericht von der Insel.
Tatsächlich sollen deutschen Medienberichten zufolge in der Entscheidungsphase der Darts-WM rund ein Drittel aller Fans im Alexandra Palace aus Deutschland kommen.
Littler wird von Fans eine lässige bis hin zu arrogante Spielweise angekreidet. Bei Turnieren in Deutschland brachte dem Darts-Wunderkind dies regelmäßig Pfiffe ein. Zwischenzeitlich hatte der Engländer sogar angekündigt, keine Turniere mehr in Deutschland spielen zu wollen.