DFB-Star klagt an: "Hanau-Terror ist das Endprodukt"

Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger wurde gegen Tottenham ausgebuht – nachdem er im Hinspiel dem Schiedsrichter noch rassistische Beleidigungen gemeldet hatte. Jetzt fühlt er sich alleine gelassen und spricht Klartext.

"Taten müssen folgen! Alles andere hilft nichts. Leute, die danebensitzen, müssen endlich aufstehen und solche Sachen melden", erklärte der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger letzte Woche nach den jüngsten Rassismus-Vorfällen in deutschen Stadien. "Man sagt ja: mitgefangen, mitgehangen. So sehe ich das auch. Da bist du Mittäter, wenn du schweigst. Manche Leute können anscheinend damit leben – dann haben wir verloren."

Nach dem 2:1-Sieg seiner "Blues" über Tottenham platzte dem 26-Jährigen aber endgültig der Kragen. Im Hinspiel wurde er noch mit Affenlauten rassistisch beleidigt und meldete dies dem Schiedsrichter – knapp zwei Monate später wurde er für seine Courage ausgepfiffen und ausgebuht. "Der Rassismus hat gewonnen. Man will uns weismachen: 'Ihr habt keine Stimme.' So sehe ich das. Dann auch danke an die Medien, die das dann natürlich so gepusht haben, es wurde niemand gefunden und solche Sachen, der Fall ist abgeschlossen. Und deswegen wird man am Ende ausgebuht, weil man seine Stimme erhebt. Dann sage ich: Rassismus hat gewonnen", sprach er im "Sky"-Interview Klartext.

Wie nahe ihm der Rassismus in den Stadien geht, machte er mit einem persönlichen Beispiel klar. "Es ist eine Katastrophe. Ich habe am Donnerstag ein Kind bekommen. Man denkt nach. Eines Tages wird höchstwahrscheinlich mein Kind deswegen leiden, so wie wir heute stehen. 100 Prozent wird mein Kind auch etwas davon abbekommen. Katastrophe", erklärte der 30-fache deutsche Nationalspieler. "Wenn nicht gehandelt wird, wenn kleine Kinder von zu Hause keine gute Bildung und keine gute Erziehung bekommen, dann haben wir verloren, das muss man ehrlich sagen."

Rüdiger sprach auch über den Terroranschlag von Hanau, der zehn Todesopfer forderte. "Für mich ist das das Endprodukt. Erst Torunarigha (der Hertha-Profi wurde auf Schalke rassistisch beleidigt, Anm.), dann Kwadwo (wurde mit Affenlauten rassistisch beleidigt, Anm.) und dann gibt's Tote."

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