DFB-Torfrau Almuth Schult bangte um ihr Leben

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DFB-Torfrau Almuth Schult ist fit für die WM! Die Wolfsburgerin hat jedoch eine schwierige Zeit hinter sich.
Am 7. Juni startet in Frankreich die Frauenfußball-WM. Deutschland zählt dabei zu den Favoriten. Torfrau Almuth Schult wurde nach ihrer Schulterverletzung rechtzeitig fit.

Am Donnerstag spielte sie beim letzten Test gegen Chile 90 Minuten durch. "Ich bin fit für die WM", erklärte sie anschließend. Im Winter war nicht klar, ob sie je wieder Fußball spielen könnte, denn die 28-Jährige hatte mit einer schlimmen Krankheit zu kämpfen.



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Im Trainingslager ihres Klubs VfL Wolfsburg wurde die Torhüterin plötzlich krank. "Es ging mir sehr schlecht. Ich hatte neun Tage am Stück Fieber und lag nur im Bett", erzählt Schult in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung.

Wie sich später herausstellte, war die Wolfsburg-Spielerin an Masern erkrankt und das kann für Erwachsene lebensgefährlich sein.

"Ich konnte nichts mehr essen und trinken, habe in 14 Tagen sechs bis sieben Kilo abgenommen", schildert Schult. Ihr Körper war am Ende, selbst das Sprechen fiel ihr schwer: "Nach 20 Minuten Reden war ich völlig fertig. Eine Zeit lang konnte ich gar nicht reden, weil die Entzündungen in den Atemwegen zu stark waren."



Dazu hatte sie mit Nebenerkrankungen zu kämpfen: Bindehautentzündung, Ohrenentzündung, Zahnfleischentzündung. "Mein Zahnfleisch war so entzündet, dass ich dachte, mir fallen die Zähne aus. Dazu kamen eine Bronchitis und eine Leberentzündung. Meine Mitspielerinnen haben gesagt, ich sah auf Bildern aus wie der Tod. Und so fühlte ich mich auch. Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr lebend nach Hause komme."

Schult weiß bis heute nicht, wo sie sich angesteckt hat. Vielleicht auf einem Flughafen. "Die Ansteckungsgefahr von Masern ist höher als bei einer Grippe, sie liegt bei 95 bis 100 Prozent. Es ist wie ein Lauffeuer", erklärt die Torhüterin.



Sie möchte nun Botschafterin für die Masern-Impfung werden. "Ich dachte, dass ich Masern schon als Kind hatte, deshalb war ich nicht geimpft. Doch weder ich noch meine Eltern waren jemals Impfgegner. Ich möchte bewirken, dass sich mehr Menschen impfen lassen und dass die Masern aussterben. Bei Kindern wirkt es sich in den meisten Fällen noch nicht so heftig aus, auch wenn es da schon schwerwiegende Folgen bis hin zu einer Gehirnentzündung haben kann. Als Erwachsener ist es absolut lebensbedrohlich."

Es dauerte Monate, bis Schult wieder das Training aufnehmen konnte: "Es war nicht einfach, mein Körper hatte lange mit den Folgen zu kämpfen."

Ihr Ziel für die WM: "Wir können Weltmeister werden, auch wenn wir nicht Top-Favorit sind." Die Torhüterin gewann mit dem DFB-Team bereits bei Olympia 2016 und die EM 2013. Mit VfL Wolfsburg triumphierte sie in der Champions League, gewann viermal die Meisterschaft und wurde fünfmal Pokalsieger. (Heute Sport)

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