Ein sonores Brummen kündigt ihre Ankunft an: Österreichs "Hercules" fliegt wieder. Das Bundesheer jubelt, denn endlich hat es wieder eine einsatzbereite Transportmaschine. Die C-130 hatte zu Beginn des US-israelischen Angriffs auf den Iran, der den Nahen Osten ins Chaos stürzte, eher für negative Schlagzeilen gesorgt.
Hatte Österreich einst drei C-130 im aktiven Dienst, sind es seit Ende 2025 nur noch zwei. Nummer drei wurde ausgeschlachtet und dem Jagdkommando als Übungskulisse überlassen. Eine befindet sich zur "Langzeitwartung" in Portugal und die einzige verbliebene fiel ausgerechnet kurz vor Beginn der Krise aus: Problemen beim Tank.
Die Optik des flügellahmen Transportfliegers war eine schlechte. Tausende Österreicher saßen noch in der Region fest, warteten auf Rettung. Das Bundesheer musste kapitulieren – und verwies auf zivile Fluglinien als "Mittel der Wahl".
Die Frage eines "Hercules"-Einsatzes stelle sich aufgrund der umfangreichen Flughafen-Sperren in der Region derzeit ohnehin nicht, sagt Heeres-Sprecher Michael Bauer damals. Sobald diese wieder geöffnet sind, könne auch eine assistierte Ausreise mit Fliegern kommerzieller Airlines stattfinden. "Die Ausreise mit zivilen Flugzeugen ist das erste und beste Mittel der Wahl", betonte der Bundesheer-Kommunikator.
Er stellt auch klar: Die rot-weiß-roten "Hercules" sind in die Jahre gekommen und hätten längst ersetzt werden müssen. "Diese Flugzeuge sind Baujahr 1967 (!). Die Entscheidung, neue Flugzeuge zu beschaffen, erfolgte durch Verteidigungsminister Klaudia Tanner", hielt Bauer fest.
Tanner hatte das Beschaffungsprogramm bereits 2021 gestartet, und dann im Sommer 2024 den Kaufvertrag über einen Nachfolger unterschrieben. Ab 2028 erhält das Bundesheer vier Embraer-Flieger vom Typ "C-390 Millennium" als "Hercules"-Ersatz.
Das hätte laut dem Offizier eigentlich bereits "Jahre früher" passieren müssen: "Vorherige Regierungen haben diese Entscheidung leider nicht getroffen."