Bisher war Vozinha nur echten Fußball-Experten ein Begriff. Mit dem Spiel gegen Spanien hat sich der Torhüter der Kap Verde aber mit einem Schlag ins Rampenlicht katapultiert. Die hochgelobten Spanier, der amtierende Europameister und einer der ganz großen Turnierfavoriten, brachten gegen den afrikanischen Inselstaat, der sich zum ersten Mal für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, und eben gegen Rückhalt Vozinha keinen Treffer zustande.
Josimar Dias, so der eigentliche Name des Fußballspielers, ist mittlerweile zu einem Social-Media-Phänomen geworden. Er hat auf Instagram bereits mehr als sechs Millionen Follower. Vor dem Spiel waren es rund 50.000 gewesen. Der bereits 40-jährige Tormann hat jedenfalls mit großartigen Paraden auf sich aufmerksam gemacht, rettete gleich siebenmal in höchster Not gegen die so gefährlichen spanischen Offensivkicker. Nach seinem denkwürdigen WM-Debüt mit 40 Jahren flossen beim Spieler des portugiesischen Zweitligisten GD Chaves – der Vertrag läuft mit Ende Juni aus – dann einige Tränen. Tränen der Freude und der Erinnerung an seine Familie.
Schon jetzt hat Vozinha Kult-Status erreicht. Auch wegen seines Spitznamens: "die Oma". Eigentlich auf Portugiesisch "Vo", daraus wurde eben Vozinha. Dieser Spitzname bezieht sich nicht auf das fortgeschrittene Alter des Fußballers, sondern auf seine Jugend, wie der Kicker der Kap Verde erzählte.
Der Keeper habe als Kind immer wieder mit älteren Burschen Fußball in den Straßen gespielt, dabei habe er freilich einiges einstecken müssen. Weil Vozinha aber durchaus ehrgeizig war und nicht gerne verlor, erzählten sich die anderen, er würde zu seiner Oma rennen, um sich zu beklagen. Der Fußballer ist von seinen Großeltern aufgezogen worden.
"Ich habe echt einiges abbekommen und wenn ich mich nicht mehr wehren konnte, bin ich sauer nach Hause gegangen. Sie haben sich über mich lustig gemacht und gesagt, ich würde mich bei meinen Großeltern beschweren", lachte der kapverdische Torhüter.
"Ich habe meine Großmutter vor zwei Jahren verloren, und meinen Großvater auch. Sie haben mich großgezogen. Wenn sie heute noch am Leben wären, wären sie sehr stolz auf ihren Enkel. Deshalb hat es mir so viel bedeutet. Das ist etwas, wovon die Menschen auf den Kapverden ihr ganzes Leben lang geträumt haben", sagte Vozinha.