Sport

Die Rapid-Megakrise! Wer hat Schuld an der Misere?

Trainer Canadi, Präsident Krammer, die Spieler? Oder die gefeuerten Kumpel Büskens und Müller? Eine Fehlersuche in Wien-Hütteldorf.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:36

Rapid ist schlecht wie nie! 31 Punkte nach 27 Runden – noch nie in der Liga-Geschichte hatte der Rekordmeister weniger Punkte. Trainer Damir Canadi ist schwer angezählt. Am Mittwoch im Cup gegen St. Pölten steigt sein Spiel der letzten Chance. Fliegt Rapid raus, ist Canadi seinen Job los – nur 20 Wochen nach seiner Bestellung als Rapid-Trainer.

Teuerster Rapid-Kader aller Zeiten

Wie konnte es so weit kommen? Rapid hat den teuersten Kader der Vereinsgeschichte. Präsident Michael Krammer rief vor der Saison die "Mission 33" aus – der 33. Meistertitel sollte her. Jetzt geistert das Abstiegsgespenst durch Wien-Hütteldorf.

Was ist passiert? Trainer Zoran Barisic, der seine Mannschaft im Vergleich zum Erzrivalen Red Bull Salzburg für nicht ebenbürtig hielt und das dem Präsidium mitteilte, musste kurz vor der Saison gehen. Mike Büskens sollte es im Duo mit Schalke-Kumpel Andreas Müller richten. Büskens holte 1,64 Punkte pro Spiel – für die Fans und das Präsidium zu wenig.

Ein "Hausmasta" für mehr Glanz

Ein "Hausmasta" sollte dem Rekordmeister Glanz verleihen. Canadi wurde als Wunderwuzzi vorgestellt. Seine Bilanz heute ist desaströs: Canadi holte nur 0,8 Punkte pro Spiel. Nur zwei Siege (der letzte vor 113 Tagen) in 15 Spielen, sieben Pleiten – Absturz auf Tabellenplatz sieben. "Klar, dass man da in die Kritik kommt", sagt Canadi.

Rapid ist heimischer Rekordmeister. Vor der Saison gab Präsident Michael Krammer den Meistertitel als Ziel aus. Nach 27 Runden fehlen 28 Punkte auf Platz eins. Rapid liegt nur acht Zähler vor dem Letzten Ried. Am Mittwoch kämpfen die Hütteldorfer im Cup in St. Pölten um die letzte Europacup-Chance. Für Trainer Damir Canadi geht es um seinen Job.

Die Fehler von Canadi

Canadi machte mehrere Fehler. Er packte die sensiblen Spieler Mocinic und Schaub hart an. Er baute die Passmaschine Rapid um, setzt auf schnelle Spielverlagerung und Flanken – ohne Erfolg. Er startete gegen Mattersburg daheim mit sechs gelernten Verteidigern. So nahm er den Spielern das Selbstvertrauen – und den Fans die Würde.

Die Spieler kämpfen, doch sie stecken in einer Sackgasse fest. Nach vorne geht nichts mehr. Die "Ultras", die Mike Büskens Rauswurf forderten, halten Canadi noch die Stange. Doch in St. Pölten wurde die Kritik der Fans wieder lauter. "Ich kann ihre Reaktion verstehen", beruhigt Canadi.

Auch wenn ihm Sportdirektor Fredy Bickel nach außen den Rücken frei hält, weiß Canadi. Im Cup gegen St. Pölten steigt sein Spiel der letzten Chance. Es geht um seinen Job – und um die Zukunft von Rapid.

Jetzt E-Paper lesen