Die SV Ried hat sich mit einem 3:0-(2:0)-Heimsieg über Lieblingsgegner Admira vorerst auf Platz fünf der Fußball-Bundesliga vorgeschoben. Oliver Kragl mit einem Doppelpack (26., 66.) und Toni Vastic (28.) trafen für die Innviertler, die damit weiter seit der 0:3-Heimniederlage am 29. Mai 2003 gegen die Südstädter in der höchsten Spielklasse ungeschlagen sind.
Die Gäste aus Niederösterreich traten zunächst dominant auf, aber ohne echte Chancen herauszuspielen. Die Führung der Rieder kam deshalb ein wenig überraschend: Nach einer Baumgartner-Flanke verfehlte Vastic per Fallrückzieher den Ball, den dann aber Kragl - obwohl nicht optimal getroffen - ins lange Eck beförderte. Damit scorte der Deutsche in allen vier Saisonspielen gegen die Admira.
Rieder Doppelschlag schockt die Admira
Nur zwei Minuten später hieß es bereits 2:0: Nach Schicker-Flanke und Kragl-Ableger war diesmal Vastic der Vollstrecker. Für die Admira hätte es sogar noch schlimmer kommen können, denn in Minute 33 krachte ein Gartler-Schuss an die Querlatte. Danach brandeten lautstarke Sprechchöre unter den 3.100 Fans für Ried-Trainer Michael Angerschmid auf, dessen Vertrag sich ja nur um ein Jahr verlängern würde, wenn auch noch die letzten beiden Spiele beim Champion in Salzburg und zu Hause gegen Rekordmeister Rapid gewonnen werden.
Die Admira kam erst gegen Ende der ersten Hälfte wieder auf, als Zwierschitz nach einem Schicker-Eckball aus kurzer Distanz scheiterte (39.) und Schick eine weitere Topchance übers Tor jagte (41.). Diesen Schwung nahmen die Gäste in Hälfte zwei mit, wobei weitere zwingende Möglichkeiten ausblieben. Viel gefährlicher waren da die Rieder durch einen Kragl-Freistoß aus spitzem Winkel, der nur knapp an der Stange vorbeizischte (62.).
Kragl sorgt für klare Verhältnisse
In Minute 66 fiel bereits die endgültige Entscheidung: Einen schweren Fehler von Admira-Verteidiger Katzer nützte Kragl, der den Ball aus rund 30 Metern in die Maschen jagte. "Joker" Kreuzer hätte im Finish sogar noch auf 4:0 stellen können (82./drüber, 91./Tormann-Abwehr).
Die Stimmen und die technischen Daten finden Sie auf Seite 2:
Michael Angerschmid (Ried-Trainer): "Die Admira war zu Beginn die bessere Mannschaft, mit den zwei schnellen Toren haben wir uns dann leichter getan. Mit dem 3:0 haben wir das Spiel entschieden. Die Standing Ovations der Fans nach dem Schlusspfiff sind für mich Genugtuung und Wertschätzung für die geleistete Arbeit in den letzten eineinhalb Jahren. Die Ziele, die wir letzten Sommer ausgegeben haben, sind erfüllt worden. Auch die Wertschätzung von den Spielern freut mich, ich habe mich in schwierigen Phasen immer vor die Mannschaft gestellt. Das Verhältnis Mannschaft und Trainer ist sehr, sehr intakt, doch das ist nicht erst seit heute so. Man muss der Mannschaft nur Danke sagen, dass man sie trainieren darf."
Ried-Doppeltorschütze Oliver Kragl: "Erste Hälfte hatten wir Glück, die ersten 20 Minuten verschlafen. Doch wir konnten die Null halten und mit etwas Glück das erste Tor machen, wobei ich den Ball nicht einmal richtig getroffen habe. Grundsätzlich spielt jeder Spieler für sich, doch Michael Angerschmid liegt uns allen am Herzen, den Spielern wie den Fans."
Thomas Gebauer (Ried-Tormann): "Die ganzen letzten Wochen waren es für uns immer enge Spiele, heute war der Spielverlauf auf unserer Seite. Wir hatten in jeder Halbzeit 15 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu finden. Es war ein extrem wichtiger Sieg für alle im Verein und eine Genugtuung. Ich denke, wir haben insgesamt bis heute eine ordentliche Saison gespielt für Rieder Verhältnisse. Wir haben wieder junge Spieler entwickelt und spielen wieder um Platz fünf mit."
Walter Knaller (Admira-Trainer): "Ich gratuliere Michael Angerschmid, ein sehr netter und kompetenter Kollege. Ich glaube, dass wir in der ersten Hälfte besser waren, doch fünf Torchancen vernebelt haben. Wir sind heute an unserer Chancenauswertung gescheitert, das ist mir unerklärlich, da haben wir noch viel Arbeit im mentalen Bereich. Wenn wir geführt hätten, geht das Spiel anders aus. Wir werden wahrscheinlich Oliver Kragl, der immer gegen uns trifft, zu einem Spezialtraining im Torschießen für meine Mannschaft einladen." Zum vorerst noch immer nicht fix geschafften Klassenerhalt meinte Knaller: "Das ist jetzt eine etwas unangenehme Saison, weil die Planung für die neue Saison auf drei Pfeilern aufgebaut ist - Klassenerhalt, Lizenz und Mannschaft, wobei diese eigentlich schon steht."
Stefan Schwab (Admira-Kapitän): "Das 3:0 ist zu hoch ausgefallen, doch egal wie hoch wir verlieren, wir hätten heute punkten sollen. Ried war im Großen und Ganzen effektiver. Sie haben den Sieg erzwungen und waren einfach entschlossener."
SV Ried - FC Admira Wacker Mödling 3:0 (2:0)
Ried, Keine-Sorgen-Arena, 3.100 Zuschauer, SR Grobelnik.
Tore: 1:0 (26.) Kragl, 2:0 (28.) Vastic, 3:0 (66.) Kragl
Ried: Gebauer - Baumgartner, Reifeltshammer, Pichler, A. Schicker - Hinum, Trauner - Walch (57. Perstaller), Vastic (86. Oliva), Kragl - Gartler (71. Kreuzer)
Admira: Leitner - Zwierschitz, Ebner (46. Drescher), Katzer, Wessely - Auer - Domoraud (72. Burusic), Schwab, Thürauer, Schick (46. Sulimani) - R. Schicker
Gelbe Karten: Keine