Die vielen Skandale des Georg Dornauer

Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer tritt öfter in Fettnäpfchen.
Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer tritt öfter in Fettnäpfchen.Bild: Kein Anbieter/picturedesk.com
Aktuell fordert die Bundes-ÖVP eine Entschuldigung von ihm. Aber das ist nur einer der vielen Aufreger, für die der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer im vergangenen Jahr gesorgt hat.
Immer Ärger mit Georg, möchte man sagen. Tatsächlich hat der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer es geschafft, innerhalb von acht Monaten für fünf große Aufreger zu sorgen. Dornauer schafft es regelmäßig mit kontroversen Vorfällen landesweit in die Medien und ist mittlerweile wohl bekannter als so mancher Landeshauptmann. Aktuell hat er sogar Auswirkungen auf den Nationalratswahlkampf, die ÖVP verlangt von ihm eine öffentliche Entschuldigung. Ein Überblick:

1. Mailaffäre



Die ÖVP verlangt deshalb eine Entschuldigung von Dornauer, weil dieser auf Twitter E-Mails veröffentlichte, in der es um illegale Parteispenden an die ÖVP geht. Laut ÖVP ist diese angebliche E-Mail gefälscht und Dornauers Posting ein "unfassbarer Skandal". Die ÖVP hält Dornauer für rücktrittsreif und droht ihm mit Klage.

Ein Fairnessabkommen für die Nationalratswahl will die ÖVP nur dann unterschreiben, wenn Dornauer sich öffentlich dafür entschuldigt.



CommentCreated with Sketch.7 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Dornauer selbst kontert und verteidigt sein Twitter-Posting: "Ich für meine Person weiß, dass ich zu 100 Prozent richtig gehandelt habe." Die Mail, die ihm zugespielt worden sein soll, habe für ihn authentisch ausgesehen. Er gehe davon aus, dass sie echt sei und will die Mail zur Klärung an die Staatsanwaltschaft weitergeben.

2. Gesicht statt Rose



Die angebliche Fake-Mail, die Dornauer am 25. Juli twitterte, ist aber nicht der neueste Skandal um die Landespolitiker. Die Tiroler Tageszeitung berichtet am Donnerstag über ein Kuriosum, das sogar seine Parteikollegen in Tirol gegen ihn aufbringt. Die Reklame vor der Tiroler SPÖ-Zentrale hat Dornauer nämlich in einer Weise umgestaltet, wie man es eigentlich nur von der ÖVP erwartet hätte.

Statt "SPÖ Tirol" und dem alten Parteisymbol einer roten Rose vor der österreichischen Flagge steht dort nun "Die neue SPÖ Tirol" über einem Porträt von Georg Dornauer.



Das stößt seinen Tiroler SPÖ-Kollegen sauer auf, auch die Tiroler Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl, Selma Yildirim: "Ich fordere, dass diese Beklebung unverzüglich wieder entfernt wird." "Die Tiroler SPÖ besteht nicht nur aus Dornauer", sagen andere.

Aber auch hier sieht Dornauer selbst keinen Grund zur Aufregung. Sein Konterfei auf der Innsbrucker Zentrale sei nur temporär, man müsse ihn als neuen Vorsitzenden schließlich bekannt machen.

3. Mein Freund Meischi



Dritter Aufreger: Erst im März berichteten wir über einen Fauxpas Dornauers, der die SPÖ einmal mehr in Erklärungsnot brachte. Auf seiner eigenen Facebook-Seite veröffentlichte Dornauer ein Foto, auf dem er mit dem Buwog-Angeklagten und Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger bei einem Bier sitzt. Als seinen "Freund Walter Meischberger" bezeichnete er ihn.



Natürlich war die Aufschrei auch hier groß, seine Parteikollegen warfen ihm "fehlendes Gespür" vor. Erneut redete Dornauer den Skandal klein, bei ihm persönlich habe sich niemand beschwert. Trotzdem wurde das Foto dann relativ schnell gelöscht.

4. Sitzenbleiber



Der zweitälteste Skandal Dornauers spielte sich im Tiroler Landtag ab. Im Dezember blieb Dornauer bei der Angelobung eines ÖVP-Ersatzmandatars demonstrativ sitzen. Der Herr von der ÖVP war ausgerechnet derjenige, der ein Video von Dornauers erstem Skandal (siehe unten) online stellte.

Der "Sitzenbleiber" wurde mit einer Abmahnung bestraft und als "respektlos" gerügt. Dornauer und seine SPÖ empörten sich wiederum über die Maßregelung.

++ Bonus-Skandälchen: Dornauer provozierte auf Instagram vor kurzem auch mit einem Waffen-Foto ++

5. Sexismus-Skandal



Und schließlich der Skandal, mit dem alles anfing: Bei einer Landtagssitzung sagte Dornauer über die wegen Krankheit abwesende Tiroler Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne): "Also jetzt will ich mir die Landesrätin nicht in der Horizontalen vorstellen!"

Die Kritik an diesem sexistischen Sager kam nicht nur von den politischen Gegnern, auch keiner in seiner eigenen Partei war begeistert. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner verweigerte ihm einen Sitz im SPÖ-Präsidium, in das normalerweise alle Landes-Chefs automatisch eingeladen werden.

Aber auch damals schon: Keine Einsicht bei Dornauer. "Sexismus entsteht beim Empfänger", sagte er zunächst. Erst später entschuldigte er sich mehrmals und durfte schließlich doch ins SPÖ-Präsidium einziehen. (csc)

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