Gute Gespräche, gemeinsame Werte und ähnliche Pläne für die Zukunft – das alles gehört zu einer gesunden Beziehung. Viele schwören auch auf absolute Ehrlichkeit. Aber: Muss wirklich alles auf den Tisch? Wo ist die Grenze zwischen Privatsphäre und Geheimniskrämerei?
Genau das erklärt der Therapeut Jeff Guenther in einem Video auf Instagram. Unter dem Namen Therapyjeff gibt er seinen zwei Millionen Followern laufend Tipps rund um Liebe, Dating und Selbstvertrauen. Vor allem die unterschiedliche Auffassung von Ehrlichkeit und Geheimnissen sorgt in Beziehungen oft für Zoff. Damit alle wissen, was Sache ist, nennt er fünf Beispiele, wann du etwas besser nicht für dich behalten solltest.
Dein Freund oder deine Freundin muss nicht wissen, wer genau in deiner Kontaktliste steht oder wem du auf Instagram folgst. Laut Jeff wird es aber dann problematisch, wenn dein Gegenüber konkret fragt: "Wer ist das?" und du nur mit "Nur ein Kollege oder eine Kollegin" ausweichst. Dann könnte dahinter mehr stecken und es droht ein unangenehmes Gespräch.
Du musst nicht gleich am Anfang alles aus deiner Kindheit, jedes alte Trauma oder das gesamte letzte Jahr ausbreiten. Aber wenn du wichtige Dinge wie Kinder, eine frühere Ehe oder andere Fakten, die eure Beziehung beeinflussen, absichtlich verschweigst, ist das kein gutes Zeichen.
Wie viel du verdienst oder wie hoch deine Ersparnisse sind, geht grundsätzlich niemanden etwas an – solange ihr keine gemeinsamen Konten habt. Laut Jeff wird es aber zur Vertuschung, wenn du etwa Schulden verheimlichst, die später auch für deinen Partner ein Problem werden könnten.
Privatsphäre in einer Beziehung heißt, dass du eine eigene Gedankenwelt behalten darfst. Nicht jedes Gefühl oder jeder Gedanke muss sofort geteilt werden. Schwierig wird es laut Jeff aber, wenn sich jemand innerlich komplett zurückzieht und das dem anderen nicht sagt. Das ist unfair, weil der andere weiter Zeit und Gefühle investiert – obwohl du dich innerlich schon verabschiedet hast.
Wenn du in Therapie bist, musst du nicht jedes Thema deiner Sitzungen mit deinem Partner besprechen. Aber: Wenn du schon länger in Behandlung bist und an etwas arbeitest, das eure Beziehung betrifft, sollte dein Gegenüber schon wissen, worum es geht, meint Jeff.
"Privatsphäre schützt dich. Geheimhaltung schützt die Situation. Geheimhaltung bedeutet, Informationen über dich selbst zurückzuhalten, die dein Partner braucht, um zu entscheiden, ob er überhaupt mit dir zusammen sein will", erklärt Jeff im Video. "Das ist kein Selbstschutz, sondern Kontrolle darüber, was der andere wissen darf – damit er keine echte Wahl treffen kann."