Im Juni geht's für unsere Nationalmannschaft wieder rund: Die WM in den USA, Mexiko und Kanada steht vor der Tür. Viele bewundern die Schnelligkeit und Ausdauer der Spieler – aber hast du schon einmal auf die Frisuren geschaut? Auffällig wenige Fußballer kämpfen mit schütterem Haar. Woran das liegt, weiß Trichologe Remo Lageder. Er verrät, welche Stars bereits eine Haartransplantation gemacht haben und worauf man achten sollte.
Wenn es um Haartransplantationen geht, fällt vielen als Erstes der frühere englische Teamspieler und jetzige Trainer Wayne Rooney ein – er hat 2011 auf X, damals noch Twitter, offen über seinen Eingriff gesprochen. Auch der deutsche Trainer und Ex-Kicker Jürgen Klopp hat 2013 öffentlich zu seiner Haartransplantation gestanden. Gegenüber der "Bild" meinte er: "Ich finde, das Ergebnis ist ganz cool geworden."
Zuletzt sorgte der frühere deutsche Nationalspieler Mario Götze für Schlagzeilen. Beim Individualtraining 2025 war nur ein leichter Flaum zu sehen, kurz darauf erklärte er gegenüber "Bild": "Es hat mich schon ein bisschen gestört, wie es vorher ausgesehen hat. Jetzt fühlt es sich gut an, ich bin sehr zufrieden, wie es sich entwickelt hat."
Laut Lageder ist die Liste damit aber noch lange nicht zu Ende. Er meint: "Es gibt Spieler, bei denen Veränderungen im Haarbild auffallen und deshalb spekuliert wird – etwa bei David Beckham." Der Experte betont aber auch: "Ohne offizielle Bestätigung bleibt das eine Einschätzung von außen."
Auch ÖFB-Torhüter Alexander Schlager, Marc Janko und Cristiano Ronaldo haben sich Haare transplantieren lassen.
Wer als Sportler über einen solchen Eingriff nachdenkt, muss vor allem die Ausfallszeit berücksichtigen. Viele Fußballer entscheiden sich daher für die Winterpause. Remo Lageder erklärt: "Die körperliche Erholung geht relativ schnell. Leichte sportliche Aktivität ist oft nach wenigen Tagen möglich." Beim Fußball schaut es anders aus: "Für Sportarten mit Körperkontakt empfiehlt man in der Regel eine Pause von rund 10 bis 14 Tagen."
Danach heißt es aufpassen: "In den ersten Wochen sind Kopfbälle oder direkte Schläge auf den Kopf tabu. Auch Reibung, etwa durch enge Hauben, sollte man vermeiden." Lageder rät bei intensiven Zweikämpfen zur Vorsicht. Aber: "Nach etwa drei bis vier Wochen ist meist wieder volles Training möglich."
Dran halten lohnt sich, denn eine Haartransplantation kostet ordentlich. Laut Lageder liegen die Preise in Europa je nach Umfang und Methode meist zwischen 4.000 und 12.000 Euro. Angebote im ferneren Ausland sind oft günstiger, aber die Qualität und Nachbetreuung unterscheiden sich stark.
Wer als Fußballer in der Öffentlichkeit steht und seine Haartransplantation verheimlichen will, hat es schwer – die Vorher-Nachher-Fotos sprechen meist für sich.
Auch sonst gibt es Hinweise auf den Eingriff. Lageder erklärt: "In den ersten Wochen sind Rötungen, Krusten und eine klar definierte Haarlinie sichtbar." Außerdem kann es Monate dauern, bis das Ergebnis natürlich wirkt. Wenn überhaupt, denn: "Nicht jede Transplantation liefert ein überzeugendes Resultat. Wird die Haarlinie zu tief oder zu gleichmäßig gesetzt, wirkt das schnell künstlich. Zudem wachsen in der Regel nicht alle transplantierten Haare dauerhaft an, was die Dichte unregelmäßig machen kann." Sehr gute Ergebnisse sind laut dem Trichologen zwar möglich, aber sie hängen stark von Technik, Planung und der individuellen Haarstruktur ab.