Skifahren – und was jetzt doch noch möglich ist

Skifahrer am Kitzsteinhorn (Archivfoto vom 9. Oktober 2021). Auch jetzt im Lockdown ist Skifahren erlaubt.
Skifahrer am Kitzsteinhorn (Archivfoto vom 9. Oktober 2021). Auch jetzt im Lockdown ist Skifahren erlaubt.Stefanie Oberhauser / EXPA / picturedesk.com
Auch während des Lockdowns dürfen sich Skifans in die Abfahrtshocke begeben. Für den Pistenschuss nötig: 2G-Nachweis und die FFP2-Maske. 

Das Skivergnügen steht den Österreichern auch trotz Lockdown offen. Möglich macht das eine Änderung des Verordnungsentwurfs, der die Rahmenbedingungen des öffentlichen Lebens in den kommenden drei Wochen regelt. Bisher war vorgesehen, dass Seilbahnen nur genutzt werden dürfen, wenn man sie zur Deckung persönlicher Bedürfnisse oder zu beruflichen Zwecken benötigt. Nunmehr stehen sie auch allen anderen offen, sollten sie geimpft oder genesen sein.

Neben dem 2G-Nachweis ist auch eine Maske zu tragen. Bis zur finalen Version der Verordnung wäre Skifreunden nur die Option des Tourenski-Gehens geblieben, denn Aufenthalt im Freien "zur körperlichen und psychischen Erholung" ist auch in diesem Lockdown erlaubt. Das heißt, dass Joggen oder Spazierengehen ebenfalls möglich ist.

Auch offene Eislaufplätze?

Auch andere Sportstätten im Freien können betreten werden, wobei man den jeweiligen Sport nur gemeinsam mit Angehörigen oder "wichtigen Bezugspersonen" ausüben darf und es zu keinem Körperkontakt kommen darf. Dies legt nahe, dass Eislaufplätze ebenfalls offen halten könnten.  Geschlossene Räumlichkeiten dürfen nur betreten werden, sofern dies zur Ausübung des Sports im Freien erforderlich. Im Klartext: umziehen kann man sich wohl auch in der Garderobe.

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Schließlich dürfte auch der Besuch eines Autokinos zulässig sein. Denn in der Verordnung, die heute vom Hauptausschuss beschlossen wurde, heißt es, Zusammenkünfte seien zulässig, wenn das Befahren von Theatern, Konzertsälen und -arenen, Kinos, Varietees und Kabaretts mit mehrspurigen Kraftfahrzeugen erfolgt.

Auch Spitzensportveranstaltungen sind möglich, freilich ohne Publikum. Nämliches gilt für Zusammenkünfte "zu unbedingt erforderlichen beruflichen Aus- und Fortbildungszwecken, zur Erfüllung von erforderlichen Integrationsmaßnahmen und zu beruflichen Abschlussprüfungen", sofern das digital nicht möglich ist. Das heißt beispielsweise, die Integrationskurse für Flüchtlinge können vonstatten gehen.

Während einige Skigebiete bereits angekündigt haben, mit entsprechenden Maßnahmen wie 2G und FFP2-Maskenpflicht regulär in die Wintersaison zu starten, herrscht bei anderen zum Teil noch Unschlüssigkeit darüber, ob der Saisonstart schon während des Lockdowns oder erst nach dem 12. Dezember erfolgen soll. 

In Niederösterreichs Skigebieten war die Lage am Montag in Schwebe. Ein exakter Termin für den Saisonstart stand noch in keiner Region fest. "Die Vorbereitungen auf die heurige Wintersaison laufen, größtenteils ist aber die Beschneiung noch ausständig. Außerdem prüfen wir die Auswirkungen der 5. Covid-19-Notmaßnahmenverordnung, koordinieren uns zwischen den Skigebieten", sagte Michael Reichl, Vorsitzender der Fachvertretung Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, auf APA-Anfrage. 

Dachstein führt Skibetrieb weiter

In Kärnten dürften die großen Skigebiete regulär in die Wintersaison starten. Der Fachgruppenobmann der Kärntner Seilbahnen, Manuel Kapeller-Hopfgartner, sagte am Montag auf APA-Anfrage, dass "sein" Skigebiet, die Gerlitze, ganz normal am 3. Dezember aufsperren werde. "Ich gehe davon aus, dass die Turracher Höhe, das Nassfeld, der Katschberg und Bad Kleinkirchheim ebenfalls heute Nacht mit dem Beschneien beginnen werden." Am Mölltaler Gletscher, wo aufgrund der Einschränkungen der Skibetrieb eingestellt worden war, fahren die Lifte ab Dienstag wieder, die Gastronomie öffnet ebenfalls auf Take-away-Basis. Kapeller-Hopfgartner wies darauf hin, dass es bei den Seilbahnen laut einem Ages-Bericht keine Ansteckungen gegeben habe. Zudem seien Seilbahnen öffentliche Verkehrsmittel und hätten eine Betriebspflicht.

Die Sprecherin der steirischen Planai-Hochwurzen-Bahnen sagte am Montag auf APA-Nachfrage, dass der Skibetrieb am Dachstein-Gletscher trotz Lockdowns weitergeführt wird. Allerdings mit den bekannten Maßnahmen wie 2G und FFP2-Maske in der Gondel hinauf zum Gletscher. Geplant ist der Betrieb täglich bis 5. Dezember, dann findet die jährliche Revision statt. Auf der Planai war bisher die Märchenwiese schon ein paar Tage als Piste befahrbar. Am Freitag soll diese auch wieder öffnen. Wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, sollen auch weitere Pisten geöffnet werden. Ob der Betrieb auf der Planai im Lockdown nur an gewissen Tagen oder wie am Gletscher täglich geboten wird, sei noch offen, soll sich aber in den kommenden Tagen klären.

"Wir haben Angst vor einem Winter wie 2020/21"

In manchen Vorarlberger Skigebieten herrschte am Montag noch Unschlüssigkeit darüber, ob der Saisonstart während des Lockdowns bis 12. Dezember oder erst danach erfolgen wird. In der nobelsten Destination - am Arlberg - herrschte aber Klarheit: "Liebe Gäste, aufgrund der bundesweiten Verordnung ist der Saisonstart verschoben und findet nicht vor dem 13. Dezember statt", hieß es in Lech am Arlberg. Im Montafon hingegen hat die Saison bereits am 12. November begonnen - im Skigebietsteil Hochjoch laufen drei Anlagen im Wochenendbetrieb. Das werde man so fortführen, erklärte Marketing-Leiterin Annika Hartmann für das Skigebiet Silvretta Montafon auf APA-Anfrage. Wann man in den durchgehenden Betrieb wechseln werde, könne man heute noch nicht sagen. In den meisten Skigebieten des Bregenzerwalds dürfte die Tendenz bezüglich des Saisonstarts eher in Richtung Mitte Dezember gehen. Die Fachgruppe der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer mahnte die Politik: "Es ist jetzt Punkt zwölf. Noch besteht die Chance, die Saison zu retten." Dafür müssten aber etwa Maßnahmen gesetzt werden, um die Impfquote im Land zu steigern. "Wir haben Angst vor einem Winter wie 2020/21", so Fachgruppen-Obmann Andreas Gapp.

In Oberösterreichs Skigebieten will man wie geplant in die Wintersaison starten, ergab ein Rundruf der APA. Die Bergbahnen Hinterstoder und Wurzeralm (Hiwu) will man so früh wie möglich aufsperren, sagte Vorstandsdirektor Helmut Holzinger. Laut Wetterprognose - ab Freitag ist ein Kälteeinbruch vorhergesagt - könnte dies der 8. Dezember sein. Voraussichtlich wird zuerst Hinterstoder bis zur Mittelstation in Betrieb gehen, die Wurzeralm eher eine Woche später. In den Familienskigebieten wie dem Hochficht ist der Start - wenn es die Schneelage zulässt - für den 4. Dezember vorgesehen. Am Kaasberg soll es am 11. Dezember losgehen.

Viel mehr zu schaffen macht Holzinger angesichts des Lockdowns und der Reisewarnungen für Österreich die "Unsicherheit für die Gastronomie und Hotellerie". Denn eine zweite Saison "ohne die Dienstleistungskette" in den Skigebieten würde bedeuten, dass es für die Bergbahnen "wirtschaftlich eng" werde. "Die Vollbremsung schmerzt furchtbar", meinte der Hiwu-Chef.

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