Diese Polizei-Verordnung stoppte die Rapid-Fans

Fast sechs Stunden wurden Rapid-Fans beim Wiener Derby von der Polizei festgehalten. Die Hintergründe zum Derby-Aufreger.
1.338 Rapid-Fans sahen das 1:6 Debakel beim 328. Wiener Derby nicht in der Generali-Arena. Sie wurden bei einem Polizei-Einsatz zwei Stunden vor Derby-Anpfiff gestoppt.

Die Polizei begründet den Einsatz, dass von Rapid-Fans zuvor pyrotechnische Gegenstände, Flaschen, Dosen und Schneebälle auf die Fahrbahn der Südosttangente geworfen wurden.

Durch diese Vorgehensweise sei der strafrechtliche Tatbestand der Gemeingefährdung erfullt, da eine Gefahr fur das Leben oder das Eigentum einer größeren Zahl von Menschen herbeigefuhrt wurde. Deshalb kam es zu Identitätsfeststellungen, die fast sechs Stunden bis 21.55 Uhr dauerten.

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Eine Verordnung der Landespolizeidirektion Wien vom 12. Dezember machte das Vorgehen möglich. Das Derby wurde laut § 49 a des Sicherheitspolizeigesetzes als Risikospiel eingestuft. Es wurde extra ein Sicherheitsbereich erlassen – großräumig rund um die Generali Arena.

"Heute.at" liegt die von Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl unterzeichnete Verordnung vor.



Darin heißt es in § 3:

"Die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes sind ermächtigt, einen Menschen, von dem aufgrund bestimmter Tatsachen insbesondere wegen vorangegangener gefährlicher Angriffe gegen Leben, Gesundheit oder Eigentum im Zusammenhang mit vergleichbaren Sportgroßveranstaltungen, anzunehmen ist, dass er im Anwendungsbereich der Verordnung gefährliche Angriffe unter Anwendung von Gewalt begehen werde, aus dem Sicherheitsbereich wegzuweisen und ihm das Betreten desselben zu verbieten."

§ 4: "Wer trotz des gegen ihn ausgesprochenen Betretungsverbotes, dessen Dauer bekannt zu geben ist, den Sicherheitsbereich betritt, begeht gemäß § 84 Abs 1 Z 5 Sicherheitspolizeigetz eine Verwaltungsübertretung und ist mit einer Geldstrafe bis zu 500 Euro, im Falle der Uneinbringlichkeit mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Wochen zu bestrafen."

§ 6: "Diese Verordnung tritt mit 16.12. 2018 um 10.00 Uhr in Kraft und tritt am 16.12. 2018 um 24.00 Uhr außer Kraft."



Rapid-Boss Michael Krammer machte sich nach dem Spiel ein Bild von der Polizei-Aktion und übt scharfe Kritik: "Da waren 1.330 Unschuldige dabei, die stundenlang nur deshalb auf engstem Raum festgehalten, perlustriert und gequält werden, weil sie Rapidler sind. Darunter viele Frauen und Kinder. Ohne Verpflegung oder die Chance auf die Toilette zu gehen. Was ich sah, erschütterte mich als österreichischer Staatsbürger." (mehr dazu hier >>)

Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie bei den Vorfällen rund um das Wiener Derby beteiligt waren und darüber berichten wollen, melden Sie bitte unter lokalredaktion@heute.at.

(mh)

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