Diese Techniktricks sorgen für rauchende Köpfe

Die Ingenieure waren im Winter nicht untätig und die Boxenspione zerbrechen sich nun die Hirne. Was ist das für ein seltsamer Schlitz am Red Bull? Wie funktioniert der F-Schacht-Flügel am Mercedes und was hat sich Ferrari bei dieser Vorderradaufhängung gedacht. Heute.at beteiligt sich an den Spekulationen.

Die Ingenieure waren im Winter nicht untätig und die Boxenspione zerbrechen sich nun die Hirne. Was ist das für ein seltsamer Schlitz am Red Bull? Wie funktioniert der F-Schacht-Flügel am Mercedes und was hat sich Ferrari bei dieser Vorderradaufhängung gedacht. Heute.at beteiligt sich an den Spekulationen.

Lüftungsschlitz am RB8

Red Bulls "Superhirn" Adrian Newey hat wieder zugeschlagen. Wie bereits bekannt, verfügen fast alle neuen Boliden über einen Höcker auf der Nase. Als einziges Team machte sich Red Bull diesen zunutze. Ein Lüftungsschlitz ist genau dort angebracht, wo bei der Konkurrenz eine schräge Kante prangt. Wozu der Lufteinlass dient?

"Der Schlitz in der Nase dient ganz einfach der Kühlung des Fahrers. Normalerweise ist der Schlitz für die Fahrerkühlung an der vorderen Spitze der Nase, aber um den Höcker ästhetisch wenigstens so schön wie möglich zu stylen, haben wir die Position verlegt", meint Newey.

Luxus an Bord einer reinrassigen Rennmaschine? Das war wohl nur ein Schmäh des Konstrukteurs. "Da sich die Beine des Fahrers nicht weit hinter dem Schlitz befinden, würde man in einem Rennen, bei dem es plötzlich zu regnen beginnt, so viel Wasser ins Cockpit bekommen, dass man Gummistiefel bräuchte", so der ehemalige Jordan-Technikchef Gary Anderson in Autosport.

Möglich ist, dass der Schlitz aber zu einem ähnlichen System gehört, das auch im Mercedes zum Einsatz kommt, auch wenn dies Red Bulls Motorsportkonsulent Dr. Helmut Marko bestreitet.

F-Schacht-Flügel am Mercedes

Die Teams liefen Sturm gegen diese Neuerung, doch die FIA ließ sie zu. Deshalb wird er wohl bald an allen Boliden zu sehen sein. Das System funktioniert wie der F-Schacht, der von den Regelhütern seit Ende 2010 verboten wurde. Damals schlossen die Piloten mit der Hand oder dem Knie eine Öffnung bei einem Lüftungsschlauch. Dadurch entstand ein Strömungsabriss am Heckflügel, wodurch die Boliden auf der Gerade schneller fuhren.

Das System am Mercedes funktioniert ähnlich und trotzdem wurde es zugelassen. Der Grund: Der Fahrer sorgt nicht direkt dafür, dass der F-Schacht-Flügel funktioniert. Sobald der Pilot das DRS () aktiviert, arbeitet auch der F-Schacht. Dadurch wird der W03 vermutlich das schnellste Auto auf der Geraden sein. Die Konkurrenz fürchtet sich vor den Qualifyings der Saison, denn hier darf im Gegensatz zum Rennen DRS uneingeschränkt verwendet werden.

Ferraris Vorderradaufhängung

Bislang hat sich das Risiko, ein völlig revolutionäres Auto zu entwickeln, nicht ausgezahlt. Die sichtbarste Neuerung am F2012 ist die Zugstreben-Vorderradaufhängung. Der Hintergedanke: Sie hat weniger Luftwiderstand und weil die Dämpfer anders platziert werden, liegt der Schwerpunkt tiefer. In der Theorie sollte das Ferrari einen ernstzunehmenden Vorteil bringen.

Der Nachteil: Die Aufhängung ist wesentlich schwieriger abzustimmen. Zudem ist sie nicht so verwindungssteif wie die klassische Variante. Sollte Ferrari das System nicht zum Arbeiten bringen kann nicht einfach die bewährte Aufhängung montiert werden, es müsste das ganze Chassis neu entwickelt werden.

Markus Miksch

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