Der Sommer ist da, die Temperaturen steigen – und viele Männer greifen nahezu reflexartig zu möglichst wenig Stoff. Tanktop, kurze Hosen und Sandalen: Fertig ist das vermeintlich perfekte Sommeroutfit. "Je weniger Kleidung, desto kühler", klingt schließlich logisch. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Nicht ohne Grund setzen Kulturen, die seit Jahrhunderten mit trockener Hitze zu kämpfen haben, auf das Gegenteil: mehr Stoff.
Der größte Fehler, den Männer im Sommer machen, ist laut Appearance-Berater Tanner Guzy folgender Gedanke: "Wenn es kalt ist und ich es warm haben möchte, trage ich mehr Kleidung. Also muss ich bei Hitze einfach weniger tragen, um mich abzukühlen."
So einfach sei das aber nicht, erklärt Guzy. Hinzukommt, dass trockene Hitze und feuchte Hitze zwei Paar Schuhe sind – und auch nach unterschiedlichen Outfits verlangen. "Der beste Weg zu verstehen, wie man sich je nach Hitzeart kleidet, ist ein Blick auf traditionelle Kulturen."
Gerade bei trockener Hitze braucht der Körper vor allem eines: Schatten. "Übermäßige Sonneneinstrahlung birgt Gefahren und führt zu Unbehagen. Unter trockenen Bedingungen ist es tatsächlich besser, Kleidung mit langen Ärmeln und längerem Schnitt zu tragen, die so viel wie möglich vom Körper bedeckt", sagt der Experte.
Leichte Stoffe wie Leinen oder Baumwolle und ein lockerer Schnitt sorgen dafür, dass die Luft zirkulieren kann. So entsteht kein Hitzestau und du kannst dich trotzdem frei bewegen.
Auch Creator Abraham Corella setzt im Sommer auf mehrere leichte Schichten statt auf das klassische T-Shirt-Shorts-Turnschuh-Outfit. "Wenn es draußen 38 Grad hat, könnte man komplett nackt sein und würde trotzdem schwitzen", witzelt er in einem Video. Darum kombiniert er lieber mehrere leichte Schichten.
Aber nicht alle sind überzeugt. In den Kommentaren heißt es oft: "Das funktioniert bei trockener Hitze, nicht bei feuchter Hitze." Auch Tanner Guzy betont den Unterschied: In feuchten Gegenden sind Shorts, Hemden mit Stehkragen und offener Brust besser – also Kleidung, die mehr Haut freilässt und Feuchtigkeit schneller verdunsten lässt.
"In der Wüste braucht man also Schatten. In den Tropen braucht man feuchtigkeitsableitende Kleidung. Das ist das Grundprinzip."